Startschuss für Arbeiten zum „Centre Charlemagne”

Von: Oliver Schmetz
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Große Veränderungen stehen an: Das Verwaltungsgebäude am Katschhof wird zum „Centre Charlemagne”, das Rathaus erhält eine große Freitreppe. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Bauzaun steht, die Gerüste wachsen in die Höhe, der Auszug läuft auf Hochtouren: Der Countdown für eines der bedeutendsten Bauvorhaben in der Stadt ist abgelaufen, der Startschuss gefallen.

Bis 2012 soll das Verwaltungsgebäude am Katschhof zum „Centre Charlemagne” umgebaut werden, dem Herzstück des Euregionale-Projekts „Route Charlemagne”. Für rund 12 Millionen Euro soll dort ein Ort entstehen, der stadtgeschichtliches Museum, zentraler Info-Punkt und Arbeitsplatz für Politik und Verwaltung gleichermaßen sein wird.

Damit nicht genug: Parallel dazu soll auch das direkte „Drumherum” aufgemöbelt werden. Im Zuge einer neuen „Freiraumgestaltung” für das Weltkulturerbe Pfalzbezirk erhalten der Katschhof, die Ritter-Chorus-Straße, die Johannes-Paul-II.-Straße und in kleinerem Maße auch Domhof und Fischmarkt ein neues Gesicht.

Hierfür stehen im Rahmen des Konjunkturpakets I 2,6 Millionen Euro zur Verfügung, die Stadt ist mit einem Drittel der Kosten - rund 870.000 Euro - dabei. Bis zum Jahr 2013 sind im städtischen Haushalt für diese Maßnahmen - auf dem Katschhof ist beispielsweise an der Rathaus-Rückseite eine große Freitreppe geplant - Finanzmittel vorgesehen, doch machte die Politik zuletzt im Planungsausschuss Dampf.

Wenn das „Centre Charlemagne” 2012 fertig sei, solle auch das Umfeld in neuem Glanz erstrahlen. Baustellen rund um das frisch eröffnete Schmuckstück wären wohl doch etwas peinlich, hieß es.

„Wir werden das genau prüfen und alles versuchen, um den Wunsch der Politik zu erfüllen”, sagt Michael Ferber, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Er sagt das mit einem Schmunzeln, das zeigt, für wie schwierig er diese Aufgabe hält. „Damit das klappt, muss vieles nahtlos ineinandergreifen”, erklärt er.

Und das an einer Stelle im Herzen der City, die für Großbaustellen und Lkw-Verkehre nicht unbedingt gemacht ist. „Es gibt kaum einen sensibleren Ort”, verweist die für die Umfeldplanung zuständige Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, Christiane Gastmann, auf die benachbarte Domsingschule und den umfangreichen Veranstaltungsreigen rund um Dom und Rathaus. So muss auch der Weihnachtsmarkt demnächst zumindest teilweise weichen.

Doch bevor es ans neue „Centre” geht, werden erst große Teile des Altbaus auf Vordermann gebracht. Die Sanierung der Außenfassaden hat gerade begonnen: Wärmedämmung, neue Fenster, Sonnenschutz und Thermohäute im Innern stehen auf dem Programm. Wenn bis Karneval alle ausgezogen sind, werden auch die drei Büroetagen, in denen die Ratsfraktionen und Verwaltungsmitarbeiter ihre Arbeitsplätze haben, gründlich renoviert.

Außen vor bleibt nur die Katschhof-Fassade - aus Gründen des Denkmalschutzes. Diese Front des Anfang der 1960er Jahre entstandenen Gebäudes besteht aus Bronzeplatten. Ferber: „Das könnte man heute sowieso nicht mehr bezahlen.”

Aber auch so ist das Budget für die Sanierung knapp: 2,4 Millionen Euro sind veranschlagt. „Und wir kämpfen permanent mit den Kosten”, stöhnt Ferber. Der Grund: Die bundesweiten Konjunkturprogramme treiben die Preise. Fenster und Fassaden sind knapp geworden. Reichen muss dieses Geld auch für den neuen Bürgerservice, der künftig auf der anderen Seite des Gebäudes an der Johannes-Paul-II.-Straße untergebracht wird.

Im Sommer wird dann das eigentliche „Centre” angegangen, das sich vornehmlich im Erdgeschoss und im heute noch als Parkhaus genutzten Untergeschoss erstrecken wird. Augenfälligste Veränderung außen: Die Terrasse samt Treppe verschwindet. Links entsteht ein Café, das baulich etwas nach vorne gezogen wird.

Nach dem Passieren des Eingangs müssen die Besucher ein paar Stufen nach oben überwinden, ehe es im Foyer - dort, wo heute der Innenhof beginnt - schnell wieder nach unten geht: zur Dauerausstellung über die Geschichte Aachens und zum Raum für Wechselausstellungen. Rechts an der Vorderfront wird ein Eingang für Behinderte liegen, wie auch das ganze Haus, verspricht Ferber, künftig barrierefrei wird.

Welche Barrieren sich während der Bauzeit ergeben, wird die Zeit zeigen. Dass etwa die Baumreihe vor dem Gebäude entgegen früheren Plänen erhalten bleibt, erfreut Gastmann - und das nicht nur aus ökologischen Gründen. Denn Bäume entfernen heißt Löcher machen, „und wenn wir hier ein Loch ausheben, finden wir direkt Römerscherben”. Was prompt Archäologen auf den Plan riefe - und jeder Zeitplan wäre gekippt.
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