Startschuss: Der Haarbach erhält ein neues Bett

Von: Kathrin Albrecht
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Gaben den Startschuss für die Renaturierung des Haarbachs: am Spaten (von links) Paul Larue, Professor Wolfgang Firk, Elke Eschweiler und Walter Dautzenberg. Foto: Michael Jaspers

Eilendorf. Großer Bahnhof am kleinen Abschnitt des Haarbachs: Mit kräftigen Schaufelschwüngen eröffneten Bezirksbürgermeisterin Elke Eschweiler, Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren und Aufsichtsratsvorsitzender des Wasserverbands Eifel-Rur sowie Wolfang Firk, Vorstandsvorsitzender des Wasserverbands Eifel-Rur die Baumaßnahme zur Renaturierung entlang der Kläranlage Eilendorf.

Bereits 2012 hatte die Eilendorfer Bezirksvertretung und der Wasserverband Eifel-Rur Renaturierungsvorhaben im Bereich der Kläranlage und am Nirmer Platz vorgestellt. Die Renaturierung des Haarbachs sei ein lang gehegtes Vorhaben, sagte Elke Eschweiler und erinnerte sich gut an „die blutigen Nasen“, die sich Bezirksvertreter und Wasserverband bei der Vorstellung der Pläne holten: „Mit so viel Gegenwind bei den Eilendorfern hatten wir damals nicht gerechnet.“

Dabei hätten die Anwohner kein Problem mit der Renaturierung gehabt, sie hätten sich nicht vorstellen können, dass ein veränderter Bachlauf das Gewässer sicherer machen könnte – zu sehr hätten viele noch die Hochwasser vor der Betonierung des Bachbettes in Erinnerung, als der Haarbach regelmäßig die Keller unter Wasser setzte. Inzwischen sei die Einsicht gewachsen, „dass wir mit dieser Maßnahme nicht nur etwas für die Natur tun, sondern dass die Renaturierung auch erlaubt, den Bach im Auge zu behalten.“

Verbesserung der Wasserqualität

Auf einer Länge von insgesamt 380 Metern erhält der Bach entlang der Kläranlage Eilendorf nun ein neues, natürliches Bett. 30 000 Kubikmeter Erde werden ausgehoben, um dem kerzengerade verlaufenden Bach ein Mäandrieren zu ermöglichen. Der Fußgängerweg und eine Brücke bleiben erhalten. Dass der Bach sich wieder ausbreiten kann, habe auch positive Auswirkungen auf die Bachteile, die nicht renaturiert werden, erklärte Wolfgang Firk. Selbst der relativ kurze Abschnitt trage zudem bereits erheblich zur Verbesserung der Wasserqualität bei.

Profitieren soll davon nicht zuletzt die lokale Flora und Fauna. Bis zum Jahr 2027 hat sich der Verband zum Ziel gesetzt, die regionalen Gewässer in einen „guten Zustand“ zu versetzen. „Da ist in unserer Region noch einiges zu tun“, räumte Firk ein. Ein großes Problem sei dabei immer wieder der Grunderwerb, der für solche Renaturierungsmaßnahmen nötig ist.

Nicht immer sei es so einfach wie im Fall des Haarbachs, wo das Grundstück Eigentum der Stadt sei. Insgesamt kostet die Baumaßnahme rund 1,3 Millionen Euro, wobei das Land Nordrhein-Westfalen 80 Prozent der Maßnahme finanziert. Die restlichen 20 Prozent trägt der Wasserverband Eifel-Rur. Bereits Ende April, spätestens Mitte Mai soll alles fertig sein. Dann können auch Spaziergänger das neu entstandene Stückchen Auenlandschaft genießen.

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