Startschuss auf dem neuen Bikepark

Von: André Schäfer
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Freie Bahn: Ganz legal können Mountainbiker ab sofort durch den Wald am Dreiländereck düsen. Der Bikepark wurde am Sonntag eröffnet. Foto: Andreas Schmitter
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Auf dem Sprung: 250 Mitglieder zählt der verantwortliche Verein „Geländefahrrad Aachen“ mittlerweile. Viel Engagement steckt in den Strecken. Foto: Andreas Schmitter

Aachen/Vaals. Wer sein festes Schuhwerk zu Hause vergessen hatte, blieb gleich auf der Strecke. Und damit sind nicht die Mountainbike-Fahrer gemeint, sondern die Besucher, die am Sonntag am Dreiländereck ohne Räder vorbeischauten.

„Hier soll jemand mit einem Mountainbike runterbrettern?“, fragte sich eine Besucherin. Ihre Frage war berechtigt, denn schon zu Fuß stellte der neu erbaute Parcours quer durch den Wald eine echte Herausforderung dar: Während die steilen Hänge, schmalen Holzpfade und der äußerst hügelreiche Weg mit dem Namen „Klappergasse“ dem Fußgänger bereits den Schweiß auf der Stirn bescherten, stieg das Adrenalin-Thermometer bei den Mountainbike-Liebhabern, die es kaum erwarten konnten, die Strecke zu erkunden.

„Man sieht, wie groß die Vorfreude bei uns allen ist. Das ist ein besonderer Tag“, strahlte René Hamacher, Vorsitzender des Vereins „Geländefahrrad Aachen“. Und genau bei diesem Verein können sich ab sofort alle Hobby-Biker bedanken, die in Aachen bislang vergeblich auf der Suche nach dem besonderen Fahrerlebnis waren.

Alles begann beim Bierchen

Ende 2011 hatte sich der Verein mit damals fünf Mitgliedern bei einem gemütlichen Bierchen in der Pontstraße gegründet mit dem Ziel, den Bedürfnissen der aufkommenden Mountainbike-Szene in Aachen entgegenzukommen. „Bislang erfolgte das Fahren durch Wälder und Gelände eher illegal, das wollten wir ändern“, so Hamacher. Auf Vorschlag des Forstamtes hatte die Stadt Aachen den Bau des Bikeparks letztlich für 2013 genehmigt. „Das war in den letzten Monaten ein hartes Stück Arbeit“, sagte der Vorsitzende. Umso ausgiebiger musste die Freigabe des Geländes von den mittlerweile rund 250 Mitgliedern zelebriert werden.

Ja, es war fast schon eine nicht endende Zeremonie. Während mehrere hundert Biker in voller Montur mit ihren geländetauglichen Rädern in der Hand mit den sprichwörtlichen Hufen scharrten, stand einer ganz oben auf dem Starterturm: Louis Tomba. Seit Jahren reizt es den 18-Jährigen, die anspruchsvollsten Strecken zu erkunden.

Am Tag der Eröffnung hatte er die Ehre, die ersten Kurven zu meistern. Und während er dort oben auf den Startschuss wartete, postierten sich am Streckenrand zig Kameras – schließlich sollte dieser besondere Moment aus allen Perspektiven festgehalten werden. „Es kann losgehen. Wer sich traut, das Monster zu erklimmen, der macht sich jetzt besser bereit“, gab Dominik Brachmanski das Kommando. Louis Tomba bretterte den fünf Meter hohen Hang herunter, kurz darauf folgten ihm die anderen: Der Bikepark – und somit das Monster – feierte seine Geburtsstunde.

Damit man in Aachen künftig jedoch auch lange von der neuen Attraktion am Dreiländereck hat, ist die Strecke ausschließlich für Mitglieder freigegeben. Wer Interesse hat, die Strecke als Nichtmitglied zu erkunden, muss sich ein Tagesticket für 5 Euro zulegen.

„Ich denke, wir bieten nicht nur eine wunderbare und abwechslungsreiche Strecke, sondern vor allem ein Gelände, das sowohl Profis als auch Anfänger ausprobieren können. Es gibt drei Streckentypen mit unterschiedlichstem Schwierigkeitsgrad“, erklärte Hamacher, als just in dem Moment ein strahlender Thomas Grooten von der Strecke zurückkam. „Einfach nur fantastisch“, freute sich das Vereinsmitglied, das in den vergangenen Monaten tatkräftig an der Präparierung der Strecke mitgeholfen hatte. „Diese Kurven zu befahren, macht enorm viel Spaß.“

Die nächste auf dem Plan stehende Zeremonie dürfte schon bald folgen, denn der Bikepark soll wachsen. „Das Highlight folgt zum Schluss“, deutete Brachmanski auf die geplante Strecke hin, die noch größer werden soll als die bisherige. Bis dahin haben jedenfalls alle Besucher Zeit, sich ein passendes Schuhwerk herauszulegen.

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