Starthilfe für die Elektromobilität

Von: Christoph Classen
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Aachen. Es ist ein groß angelegter Feldversuch, dessen Ergebnisse mit Spannung erwartet werden: Spätestens im September möchte die Stawag mit dem Aufbau von Aachens erstem Elektrotankstellennetz beginnen.

Als Standorte für die Ladestationen, ausgerüstet mit je zwei Stellplätzen und einer Elektrozapfsäule, wurden den Mitgliedern des Mobilitätsausschusses in dessen jüngster Sitzung die Bahnhöfe Rothe Erde und Schanz, Theaterplatz, Neumarkt, Jägerstraße, Pontdriesch und Komphausbadstraße vorgeschlagen. An letzterer ist eine Elektrotankstelle ausschließlich für Zweiräder vorgesehen.

So eine sei auch an allen anderen Standorten ausreichend, befanden die Liberalen. „Warum brauchen wir gleich sechs Tankstellen, für die je zwei Stellplätze benötigt werden?”, fragte Daniel George. Der FDP-Mann vertrat die Meinung, dass zukünftig Elektroautos wegen ihrer langen Ladezeiten hauptsächlich an der heimischen Steckdose mit Strom versorgt werden.

Öffentliche Tankstellen würden wohl eher von Fahrern elektrischer Zweiräder angesteuert und deswegen könnten die Anlagen auf kleinerem Raum als vorgesehen realisiert werden.

Armin Langweg vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen sieht das anders. Er sagte, dass die Firma FEV Motorentechnik derzeit 50 Kleinwagen auf einen elektrischen Antrieb umrüste, die im Rahmen eines Feldversuchs schon bald in der Stadt unterwegs sein sollen. Die Akkus der Fahrzeuge könnten zudem bereits in ein bis zwei Stunden halb voll geladen werden.

Akzeptanzprobleme für die Tankstellen sieht Langweg nur dann, wenn sie keiner nutzen sollte. Nicht zuletzt weil für die neuen Ladestationen regulärer Parkraum weichen muss. Es gelte, eine Grundsatzentscheidung zu fällen, sagte Gisela Nacken.

Sie hob hervor, dass es unmöglich sei, bereits zum jetzigen Zeitpunkt alle Folgen des Vorhabens abschätzen zu können. „Wir müssen es einfach ausprobieren”, sagte die Beigeordnete für Umwelt.

Bislang keine Angaben gibt es darüber, mit welcher Summe der Feldversuch finanziell zu Buche schlagen wird. Die Stawag wird die Kosten übernehmen, einen entsprechenden Vertrag zwischen dem Energieversorger und der Stadt gibt es noch nicht.

Die Mitglieder des Mobilitätsausschusses beschlossen die Umsetzung des Pilotprojekts einstimmig, allerdings unter der Bedingung, dass die einzelnen Tankstellen-Standorte jeweils zur Entscheidung vorgelegt werden. Um der Elektromobilität Starthilfe zu geben, sei es unumgänglich zunächst eine passende Infrastruktur zu schaffen, sagte Michael Servos (SPD): „Und dann müssen wir damit leben, dass reguläre Parkplätze wegfallen.”

Michael Janßen (CDU) gab zu bedenken: „Wichtig ist, dass der getankte Strom nicht aus einem Kohlekraftwerk kommt. Sonst hätten wir nichts gewonnen.”
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