Start der Zukunftswerkstatt Eilendorf: viele „ungehobene Schätze”

Von: Nicolas Gaspers
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Aachen. „Was wir am Schreibtisch entscheiden, muss ja nicht unbedingt immer das sein, was Sie als Bürger auch berührt.” Da hat Elke Eschweiler wohl nicht nur den Eilendorfern aus dem Herzen gesprochen.

Mit dieser fast salomonischen Erkenntnis begrüßte die Bezirksbürgermeisterin Vertreter aller Fraktionen und engagierte Bürgern zum Start der Zukunftswerkstatt Eilendorf. Auch wenn es ähnlich aussieht: Mit den Plänen zu der Großplanungsaktion Aachen 2030 hat die Zukunftswerkstatt Eilendorf nichts zu tun. Trotzdem ist das Prinzip ähnlich.

Die Bürger sollen auf Grundlage ihrer Wünsche und Erfahrungen erarbeiten, was sich im Stadtteil verändern soll. Einen grundlegenden Unterschied gibt es dann aber doch: Aachen 2030 begnügt sich mit dem Input durch die Diskussionen. Die Umsetzung der Ideen obliegt dann aber der Stadt.

In Eilendorf ist das anders. Hier sollen die Bürger die Ideen, die sie haben, auch selbst umsetzten. Dazu hat man Arbeitsgruppen gebildet: Verkehr, Umwelt, Jugend, Alter, Grün- und Spielflächen gehören zu den Bereichen, die von den Bürgern diskutiert werden. Man macht Vorschläge, was man verändern könnte, was man sich wünscht und was schon seit langem überfällig ist.

Ein großer Wunsch ist etwa der Bau eines Schwimmbades, wie es vor über 30 Jahren schon einmal diskutiert worden ist. Aber auch mehr Grün- und Spielflächen wünscht man sich. Eilendorf habe viele Potenziale, viele „ungehobene Schätze”, bringt es ein Bürger auf den Punkt, diese würden aber einfach oft nicht genutzt. Hier müsse man ansetzen.

So könne man sich beispielsweise nicht über fehlende Spielplätze beschweren, wenn schon die bestehenden mehr als überholungsbedürftig seien. Das gleiche gelte für die Grünflächen. Momentan „flüchte” jede Familie mit Kindern in die Eifel, weil Eilendorf nicht attraktiv genug sei, dabei gebe es so viele schöne Plätze. Durch fehlende Verkehrsanbindung oder falsche Präsentation würde aber hier das Potenzial nicht ausgeschöpft.

Hat man sich dann in den Gruppen auf Maßnahmen geeinigt, sollen die Bürger auch die Umsetzung in die Hand nehmen. Die Bezirksvertretung steht aber mit Rat und Hilfe zur Seite, um bei Anträgen, Gutachten oder Fragen zu unterstützen. Auch finanziell könnten die Gruppen auf Hilfe hoffen.

„Trotzdem sollen die Gruppen sich auch Gedanken über die Finanzierung machen. Es ist nicht so, dass die Bezirksvertretung mit Geld winkt und man nur zugreifen müsse. Die Idee ist ja, produktiv etwas zu bewegen und das auch gemeinsam umzusetzen”, erklärt Jens Stachowitz, Moderator der Zukunftswerkstatt. „Wie man täglich in der Zeitung lesen kann, haben wir leider auch nicht unerschöpfliche Finanzmittel”, unterstreicht die Bezirksbürgermeisterin.
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