Stars im Westernreiten rocken bei der EM die Soers

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Präsentierten einen Vorgeschmack auf spannende Reining-Wettbewerbe bei der Reit EM: (v.l.) Frank Kemperman, Stephan Rohde auf „Lil Gun Fire“, Nico Hörmann und Johannes Orgeldinger. Foto: Aachen 2015

Aachen. Reiner – das sind eher ungewöhnliche Gäste in Aachen, wo doch beim alljährlichen CHIO eher die „klassischen“ Pferdesport-Disziplinen im Mittelpunkt stehen. Bei den FEI-Europameisterschaften Aachen vom 11. bis 23. August ist jedoch Reining – die populärste unter allen Westernreitdisziplinen und seit 2000 offizielle FEI-Disziplin – eine von fünf pferdesportlichen Disziplinen, in denen die Einzel- und Team-Wettbewerbe ausgerichtet werden.

Rund 50 Reiner aus 10 Nationen werden in der ersten Turnierwoche auf dem traditionsreichen Turniergelände erwartet.

Jetzt gab es auf dem Trainingsplatz neben dem Deutsche-Bank-Stadion schon einmal einen ersten Vorgeschmack auf die spektakuläre und dynamische Disziplin. „Hausherr“ und Vorstandsvorsitzender desALRV Frank Kemperman empfing dazu nicht nur Johannes Orgeldinger, Mitglied des Organisations-Teams, und den derzeitigen Bundestrainer Nico Hörmann zum Presstermin samt Präsentation der Disziplin. Auch der deutsche Reiner Stephan Rohde, derzeitig auf der Longlist für Aachen 2015 stehend, war vor Ort und zeigte mit seinem fünfjährigen Quarter-Horse-Hengst „Lil Gun Fire“, worauf es beim Reining ankommt.

In der Hall of Fame

Schnell war klar: Was so locker-lässig und ein bisschen wie Cowboy-Romantik aussieht, ist alles andere als einfach. Und auch die Manöver sind nicht ohne: Spins, Zirkel, Back ups und Achten mit Galoppwechsel wollen gelernt sein. Dabei dürfen die Zügel nur mit einer Hand geführt werden, in Anlehnung an die ursprüngliche Arbeitsreitweise der Cowboys. Möglichst eigenständig müssen die Pferde arbeiten, Impulse erhalten sie lediglich durch minimale Gewichts- und Schenkelhilfen des Reiters.

Rohde ist diese Technik mittlerweile in Fleisch und Blut übergegangen. Der 28-Jährige sitzt von Kindesbeinen an im Sattel. „Angefangen habe ich mit Dressur und Springen. Das fand ich aber irgendwann doof. Dann habe ich mein Herz fürs Westernreiten entdeckt“, schmunzelt er. Mittlerweile ist er Profi. Wenn er es auf die Shortlist schafft, die nächste Woche bekanntgegeben wird, wäre die Reit-EM sein erster Start in Aachen. Aber nicht nur auf den Reiter kommt es beim Reining an, sondern auch auf das Pferd.

Das verriet Orgeldinger, der nächstes Jahr als erster Nicht-Amerikaner in die Hall of Fame der American Quarter Horses Association aufgenommen wird: „Typische Reining-Pferde sind ruhig, ausgeglichen und folgsam, und dennoch sehr leistungsfähig.“ Hinzu kommt ihre typische Körperform: Klein, kompakt und kräftig. Was für Rohde Premiere wäre, ist für Bundestrainer Hörmann schon – fast – Routine.

Bei den Weltreiterspielen im Jahr 2006 startete er noch als Aktiver in Aachen. In diesem Jahr ist er hinter den Kulissen anzutreffen – in der Rolle des Trainers. Dennoch hofft auf ebenso gute Stimmung wie vor knapp zehn Jahren. „Die Wahnsinns-Atmosphäre im Stadion spüre ich noch heute. Ein so euphorisches Publikum wie hier habe ich später nicht mehr erlebt. Ich konnte sogar die Musik, die zu meinem Pattern abgespielt wurde, nicht mehr hören“, schwärmt der 36-Jährige.

Tickets gibt es noch, entweder unter www.aachen2015.de oder an der Hotline: (0241) 917-1111. Auf der Longlist stehen sowohl bekannte Namen wie Grischa Ludwig, Alexander Ripper und Volker Schmitt als auch Newcomer wie Stephan Rohde, Verena Klein und Elias Ernst. Das Teams aus Italien zählt Hörmann zu den stärksten Konkurrenten.

Sein Ziel ist klar: „Das deutsche Team kommt nach Aachen, um seinen EM-Titel zu verteidigen.“

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