„Starke Großeltern - Starke Kinder”: Neues Angebot des Kinderschutzbundes

Von: Anja Klingbeil
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Wenn der Opa mit dem Enkel: Wie kann ich die Freizeit mit meinen Enkelkindern gestalten? Auch dazu gibt der neue Kurs praktische Tipps. Foto: imago stock & people

Aachen. Für Großeltern ist manches leichter. Sie haben keine Erziehungsverantwortung. Doch ist es auch oftmals ein Vabanquespiel, sich nicht in die Erziehung der Enkel einzumischen, aber trotzdem für sie da zu sein und sich zu kümmern. Es gilt, den richtigen Platz in der Familie zu finden.

Kinder brauchen Omas und Opas, die hinter ihnen stehen, ihre Familien anerkennen und schätzen, die das Vertrauen in das Leben stärken. Deshalb hat der Deutsche Kinderschutzbund ein Kursangebot speziell für Großeltern entwickelt. „Starke Großeltern - Starke Kinder” bietet Omas und Opas die Chance zu entdecken, wie sie mit Erfahrung und Gelassenheit die Freude an den Enkeln genießen und die ganze Familie stärken. „Es gibt kein vergleichbares Angebot am Markt”, sagt Heinz Zohren, Koordinator des Bündnisses für Familie in der Stadt Aachen, nicht ohne Stolz. Denn in Aachen starten im März die bundesweit ersten Kurse.

„Hier ist quasi der Geburtsort des neuen Kursangebotes”, freut sich Andrea Weyer, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Aachen. Auch der Kurs „Starke Eltern - Starke Kinder”, auf dessen Konzept das Angebot für Großeltern aufbaut, wurde vor zehn Jahren im Ortsverband Aachen entwickelt. Ein erfolgreiches Modell in ganz Deutschland: Immerhin gibt es rund 10.000 Kursleiter.

Schon 2006 wurde der Wunsch laut, im Arbeitskreis Alt und Jung des Aachener Bündnisses für Familie, ein vergleichbares Angebot für Großeltern zu schaffen. Und auch am Elterntelefon sowie in den Elternkursen kam das Thema immer wieder auf. Großeltern werden heute wieder stärker gebraucht, weil Mütter und Väter häufiger erwerbstätig sind. 47 Prozent betreuen ihre Enkelkinder, wenn die Eltern arbeiten.

Paula Honkanen-Schoberth, seit 2007 Geschäftsführerin des DKSB-Bundesverbandes, Dr. Katrin Hater und Lotte Jennes-Rosenthal vom Büro für sozialwissenschaftliche Projekte sowie Heinz Zohren griffen die Kurs-Idee auf und suchten nach einer Möglichkeit der Finanzierung. Doch das stellte sich als schwierig heraus. „Wir passten so richtig in keinen Fördertopf”, erzählt Lotte Jennes-Rosenthal. Ende 2008 war es soweit: Das Angebot wurde über das Projekt „Wertebildung in Familien” vom Bundesfamilienministerium finanziert.

Was erwartet die Teilnehmer bei „Starke Großeltern - Starke Kinder”? Der Kurs umfasst sechs Termine. Jedes Treffen steht unter einem bestimmten Thema, etwa „Achte auf die positiven Eigenschaften deines Kindes” oder „Du bist Vorbild, weil du bist”. Zu jedem Motto gibt es Hintergrundinformationen. Aber auch ganz praktische Übungen und Tipps für die Großeltern. Welche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sie mit ihren Enkeln in Anspruch nehmen können? Welche Bücher sie ihnen vorlesen können?

„Unser Ziel ist es, die Kinder zu stärken. Dazu ist es gut, wenn die Atmosphäre in der Familie positiv gestaltet ist. Dazu können die Großeltern sehr gut beitragen, sie sind ein wichtiger Schlüssel in der Hand”, betont Dr. Katrin Hater. Omas und Opas sollen im Verlauf des Kurses aber auch lernen, ihren Kindern und Schwiegerkindern, die nun selber Eltern sind, zu vertrauen und Wertschätzung entgegen zu bringen.

„Auch Großeltern müssen einsehen, dass es nicht so schlimm ist, wenn Eltern in der Erziehung Fehler machen. Die haben sie mit Sicherheit auch gemacht”, sagt Katrin Hater.

Informationen zur Auftaktveranstaltung:

Einen Informationsabend gibt es am Mittwoch, 24. Februar, ab 19 Uhr im Müttercafé des Kinderschutzbundes, Ortsverband Aachen, an der Düppelstraße 25. Der erste Kurs startet am Montag, 8. März, von 19 bis 21 Uhr beim Kinderschutzbund, Kirberichshofer Weg 27-29.

Im Mehrgenerationenhaus Aachen an der Wilhelmstraße 49-51, gibt es einen zweiten Kurs, der jeweils dienstags stattfindet von 17 bis 19 Uhr. Dieser beginnt am Dienstag, 9. März. Die Teilnahmegebühr beträgt für den kompletten Kurs heweils 60 Euro pro Person.

Anmeldung ist ab sofort möglich beim Kinderschutzbund, Telefon: 949940, E-Mail: info@kinderschutzbund-aachen.de.
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