Aachen - Standpauke für die Städteregion

Standpauke für die Städteregion

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eigentlich wollte sich Dr. Sascha Derichs nur vorstellen. Sich und das was er macht. Derichs fungiert als Leiter des Projekts „Lernen vor Ort”. Das ist angesiedelt im Bildungsbüro der Städteregion.

Also hielt Derichs einen Vortrag. Die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses sowie die des Schulausschusses hörten ihm zu. In der jüngsten Sitzung tagten sie gemeinsam. Und nachdem Derichs seine Ausführungen beendet hatte, musste er Reaktionen über sich ergehen lassen, die einer Standpauke ziemlich nahe kamen.

Derichs sprach also über „Lernen vor Ort”. Es soll für Städte Anreize schaffen, ein kommunales Bildungsmanagement zu entwickeln und schließlich auch zu realisieren. Bundesweit hatten sich 150 Kreise und kreisfreie Städte für die Teilnahme am Projekt beworben. Die Städteregion Aachen gehört zu den 40 Kommunen, die mitmachen dürfen. Drei Jahre soll „Lernen vor Ort” laufen, es gibt eine Option auf eine zweijährige Verlängerung. Was er und seine acht Mitarbeiter in dieser Zeit vorhaben, erklärte Derichs auch. Recht detailliert.

Nacheinander stellte der Projektleiter die Handlungsfelder Bildungsmonitoring, Bildungsmarketing, Bildungsberatung und Bildungsübergänge vor. Letztlich kam er zu dem Schluss, das sein Wortbeitrag vielleicht ein wenig zu ausführlich geraten war.

Kritik erntete Derichs aber für den Inhalt seiner Ausführungen. Von Hilde Scheidt (Grüne) etwa. Sie bemängelte, dass das Projekt „Lernen vor Ort” bei „null anfängt”, obwohl gerade in Aachen schon einige Erfolge in Sachen Bildungsmanagement erzielt worden seien. Ruth Wilms (CDU) meinte, Derichs beschäftige sich „zu viel mit der Theorie und zu wenig mit der Praxis.” Weil die Kritik an Derichs gar nicht abebben wollte, platzte Wolfgang Rombey fast der Kragen.

Der Schuldezernent ließ schließlich verbal Dampf ab. Er erinnerte daran, das es ein „rot-grüner Beschluss” gewesen sei, der „Lernen vor Ort” überhaupt auf den Weg gebracht habe. Zudem sei Aachen in Sachen Bildungsmanagement lange nicht so weit, wie es von manchen Ausschussmitgliedern dargestellt werde. Rombey: „Wir haben nicht viel mehr erhoben als die Zahl der Schüler und Klassenräume.”

Und dann sagte er noch, dass sich niemand Sorgen mache brauche, dass in der Städteregion eine eigenes Kultusministerium aufgebaut werde. Versöhnliche Worte gab Martin Künzer (SPD) Referent Derichs schließlich mit auf den Weg. Er solle die Reaktionen nicht als ein „setzen, sechs” werten, sondern als „konstruktive Kritik.”
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