Aachen - Stärker auf erneuerbare Energien konzentrieren

Stärker auf erneuerbare Energien konzentrieren

Von: Jan Weck
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Die Kraft der Sonne nutzen - w
Die Kraft der Sonne nutzen - wenn sie denn scheint: Solaranlagen auf Dächern sollen verstärkt realisiert werden. Foto: Imago/Margit Wild

Aachen. Selten kommt es vor, dass man jemanden das Aachener Wetter loben hört. Doch Dr. Peter Asmuth, Vorstand der Stawag, scheint ganz angetan von der hiesigen Witterung.

Die Bezeichnung „Regenloch” für die Stadt sei übertrieben, die jährliche Niederschlagsmenge sei im bundesdeutschen Vergleich nämlich durchschnittlich. Diese Tatsache ist entscheidend, damit Solarstromanlagen hier effizient funktionieren und ein kleiner Schritt auf dem Weg zu dem großen Ziel gesetzt wird, das sich der Stadtrat gesetzt hat und in Zusammenarbeit mit der Stawag erreichen möchte: Bis zum Jahr 2020 sollen 40 Prozent des in Aachen genutzten Stroms aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, zudem sollen CO2-Ausstoß und Energieverbrauch im Vergleich zu 1990 um 40 Prozent sinken.

Schon lange bevor die Energiewende zum Dogma bundesdeutscher Politik wurde, habe man in Aachen in alternative Energiegewinnung investiert, sagt Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken. Schon in den 90er Jahren sei der Entschluss gefasst worden, eine „ökologische Stadt der Zukunft” zu werden. Es folgten Investitionen in Windparks, in Solaranlagen auf Aachener Dächern und in die Sanierung von Gebäuden. Nun wolle man in noch größeren Schritten in die eingeschlagene Richtung gehen, und die Stawag sei dabei ein wichtiger Partner.

In der letzten Zeit seien innerhalb der Region vor allem Solarstromprojekte realisiert worden, sagt Frank Brösse, Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH. Häufig seien auf den Flachdächern von Schulen Photovoltaikanlagen installiert worden, und die Zahl der vielen kleinen privaten Anlagen wachse weiter. Grundsätzlich gelte es aber, deutschlandweit alle Potenziale für ökologische Stromgewinnung zu nutzen, um die Energiewende umsetzen zu können. So ist die Stawag zum Beispiel beteiligt an einer Windkraftanlage im Hunsrück und an einem Offshore-Windpark vor Borkum, der 2012/13 fertiggestellt werden soll. Ein Windpark im Münsterwald im Aachener Norden ist in Planung und soll ab dem kommenden Jahr entstehen. Seit April des laufenden Jahres bietet die Stawag ihren Kunden Ökostrom zum alten Tarif an.

Derzeit bezögen die Stadtwerke einen Teil des Ökostroms noch aus Norwegen, sagt Asmuth, ab spätestens 2013 werde der nachgefragte Ökostrom aber ausschließlich mit eigenen Anlagen produziert. Es seien teils schleppende Genehmigungsverfahren, die den Bau von neuen Windkraftanlagen verzögerten, so Brösse. Man werde aber kontinuierlich in ökologische Energiegewinnung investieren und die steigende Nachfrage decken können. Derzeit beziehen in Aachen 14 Prozent der Privatkunden den Ökostrom der STAWAG, die Stadt wird zukünftig mit all ihren Gebäuden Kunde sein.
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