Aachen - Stärke zeigen gegen Rassismus und Vorurteile

Stärke zeigen gegen Rassismus und Vorurteile

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Aufstehen und Gesicht zeigen gegen Rassisten, Rechtsextreme und Populisten – in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten hat sich gezeigt, wie wichtig das für die Gesellschaft sein kann.

Begegnungsstätten schaffen, Vorurteile im gemeinsamen Alltag abbauen und Menschen auf ihrem schwierigen Weg vom Neuankömmling zu einem Neubürger begleiten, das möchte der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Aachen-Stadt.

Mit vielen haupt- und ehrenamtlichen Kräften plant die AWO daher am Freitag, 18. März, um 14 Uhr auf dem Münsterplatz unter dem Motto „AWO gegen Rassismus – AWO für Vielfalt“ eine Mahnwache, der sich alle Interessierten anschließen können. Die AWO hat in ihrer langen Geschichte – gegründet wurde sie bereits 1918 – erfahren, was Flucht heißt.

Viele Menschen, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus in der AWO engagierten, mussten fliehen. Heute sieht Gabriele Niemann-Cremer, Geschäftsführerin der AWO Aachen, es als „humanitäre Verpflichtung“, den Menschen, die selbst auf der Flucht sind und waren, zu helfen. Dabei geht es nicht so sehr um die Erstaufnahmen und -versorgung, sondern um den Weg danach: „Wir wollen die Integration begleiten und die Flüchtlinge zu Bürgern mit allen Rechten und Pflichten machen.“

Dabei kann Integration nicht allein von den Flüchtlingen ausgehen. Die Gesellschaft muss sich darauf einstellen, dass sie sich mit anderen Traditionen, Kulturen und Gewohnheiten auseinandersetzen muss. Dabei sollen die vielen verschiedenen Stätten der AWO, in denen sich Menschen begegnen können, helfen – denn: „Wenn eine Begegnung stattfindet, dann ändern sich Bilder und Vorurteile.“

Der Weg kann durchaus steinig sein, berichtet Niemann über eine Kindertagesstätte, in der die Vorstellungen deutscher Eltern auf die Vorstellungen von Zugewanderten stießen. Da ist Begegnung und die Diskussion im Alltag der Weg der Wahl. Über ganz alltägliche Dinge zu stolpern, beispielsweise die Frage, ob man nun ein Sommerfest feiern kann, wenn Ramadan ist, gehört zur Begegnung dazu und ist keinesfalls etwas, das die Integration verhindert. „Wir schätzen und wertschätzen uns gegenseitig“, so Niemann.

Diese Wertschätzung möchte die AWO schon Kindern im Kindergarten mitgeben. Einerseits interessieren Kinder die Unterschiede untereinander weniger. Andererseits ist es wichtig, früh anzufangen, Vorurteile abzubauen und gleichzeitig die Eltern mit anzusprechen. „Wir wollen von vornherein das Miteinander leben“, so Niemann. „Vielfältig statt einfältig sein“, ergänzt Özgür Kalka, Geschäftsführer der Dienstleistungs- und Verwaltungs-GmbH der AWO Aachen.

„Miteinander leben“ heißt, beiderseits Vertrauen aufzubauen. Gerade minderjährigen Flüchtlingen, eine Gruppe, die der AWO besonders am Herzen liegt, brauchen dieses Vertrauen wieder. „Es gibt minderjährige Flüchtlinge, die sich nicht trauen, ein Haus zu betreten und lieber auf der Straße leben und schlafen“, berichtet sie. Nur mühsam kann man hier das Vertrauen wiederherstellen, aber solche Herausforderungen gehören zur Integration dazu – und diesen will sich die AWO auch in Zukunft stellen.

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