Aachen - Stadtrat lässt 4,8 Millionen Euro in Hangeweiher fließen

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Stadtrat lässt 4,8 Millionen Euro in Hangeweiher fließen

Von: re
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Hier muss Geld fließen: Auch die Aufbauten im Freibad Hangeweiher hätten eine Modernisierung dringend nötig. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. In parteiübergreifender Eintracht hat der Aachener Stadtrat am Mittwochabend einige dringende Beschlüsse gefasst: Aachens einziges Freibad am Hangeweiher wird saniert. Der Rat bestätigte die Dringlichkeitsentscheidung, auf die sich die Fraktionen bereits im August verständigt hatten.

Denn Eile ist geboten: Möglichst bald nach Schließung am 14. September soll die Sanierung beginnen, die möglichst rechtzeitig vor Beginn der Freibadsaison 2015 abgeschlossen sein soll. In einem ersten Bauabschnitt werden technische Einrichtungen wie Filter und Chlordosierungsanlage erneuert. Außerdem werden die unterirdisch gelegenen Schwallwasserpools saniert, in denen das aus den Becken verdrängte Wasser aufgefangen, gereinigt und wieder verwendet wird. Die geschätzten Kosten liegen bei 2,1 Millionen Euro. Der zweite Schritt der Sanierung wird dann in der Freibadpause 2017/2018 umgesetzt: In die bisher vorhandenen werden neue Becken aus Edelstahl eingebaut, und die Rohrsysteme der Becken erneuert. Hierfür sind noch einmal 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Die letzte größere Sanierung war 1970, danach wurden zwar immer wieder Anlagen und Technik aus- und nachgebessert, aber nicht mehr gründlich erneuert.

Einstimmig verabschiedete der Rat eine Resolution, in der „alle am Gesetzgebungsverfahren Beteiligten“ aufgefordert werden, „auf einen Verzicht der Pkw-Maut hinzuwirken“. Die Pkw-Maut schade den Menschen in der Aachener Region, heißt es in der Resolution, ebenso dem Einzelhandel und dem Tourismus, „sie schadet den vielen Berufspendlern zwischen Aachen, Eupen und Vaals.“ Sie sei bürokratisch und „führt auch zur Einführung eines ‚Eintrittsgeldes‘ für die Bundesrepublik Deutschland“. Die „Freizügigkeit, die Grenzen verschwinden ließ“ sei ein wesentliches Merkmal für die Region, die Maut bedeute die Wiedereinführung dieser Grenzen: „Dort, wo früher der Zoll Pässe kontrollierte, soll nunmehr die Maut kontrolliert werden.“ Der Verkehrsminister vernachlässige die Aspekte, die für die Aachener Region von Bedeutung seien, hieß es am Mittwoch.

Eine weitere Resolution des Rates wurde einstimmig zum Schwertbad beschlossen. „Der Rat der Stadt“, heißt es in der Resolution, „unterstützt alle Anstrengungen, das Schwertbad in Aachen-Burtscheid als Reha-Einrichtung in der Kur- und Badestadt Aachen zu erhalten und nach den Vorgaben einer modernen Rehabilitationsmedizin zu sanieren und auszubauen.“ Das Schwertbad sei die letzte große Einrichtung in Aachen, in der das Thermalwasser therapeutisch genutzt werde, betonten die Ratsmitglieder am Mittwoch.

Parteiübergreifende Zustimmung gab es im Stadtrat auch für die überarbeitete Kanalanschlusssatzung für die Stadt Aachen. Die Überarbeitung war nötig geworden, weil das Land Nordrhein-Westfalen die gesetzlichen Rahmenbedingungen verändert hatte. Die Dichtheit ihrer Hausanschlüsse brauchen nur noch Eigentümer von Häusern oder Unternehmen nachzuweisen, deren Grundstücke in Wasserschutzgebieten liegen. Die Eigentümer von Wohnhäusern müssen ihrer gesetzlichen Pflicht bis Ende 2015 (Abwasserleitung vor 1965 gebaut) oder bis Ende 2020 (nach 1965 gebaut) nachkommen und bis dahin einen entsprechenden Prüfbericht bei der Stadt vorlegen. Die Betreiber von Anlagen, die industriell oder gewerblich genutzt werden, müssen ihre Hausanschlüsse ebenfalls überprüfen lassen, aber unter etwas anderen Spielregeln.

Die Stadt wird die Betroffenen in den nächsten Wochen anschreiben und sie um den gewünschten Prüfbericht bitten.

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