Stadtrat: Klares Ja zu den Millionen für die Alemannia

Von: Stephan Mohne
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Neuordnung bei der CDU: Maike Schlick (vorne rechts) hatte am Mittwoch ihre Premiere als Fraktionsvorsitzende. Ihr Vorgänger Harald Baal ist ins zweite Glied gerückt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zwei Schläger waren das Erste, womit sich Maike Schlick bei ihrer Premiere als CDU-Fraktionsvorsitzende konfrontiert sah. Nicht, dass ihr körperliche Gewalt angedroht worden wäre. Es waren vielmehr Tischtennisschläger, die ihr Bürgerin Marion Hein in der Einwohnerfragestunde als Antrittsgeschenk überreichte. Auf dass ihr jeder „politische Aufschlag“ gelinge.

Bezeichnenderweise hatte ein Schläger einen grünen, einer einen roten Belag. Ansonsten ging die CDU-Fraktion nach ihrem Machtkampf, dessen Pulverdampf sich zumindest intern noch nicht verzogen hat, zur gewohnten Arbeit über. Auf Maike Schlick wartete dabei auf der Tagesordnung kein dicker Brocken, den sie zu bewältigen gehabt hätte. Zumindest nicht im öffentlichen Teil, der gerade einmal 40 Minuten dauerte. Das änderte sich dann allerdings, als das Publikum den Saal verlassen musste und es hinter verschlossenen Türen weiterging. Denn da stand das Thema Alemannia an.

Tritt die Stadt für Stadion-Betriebskosten ein, die sich der insolvente Klub nicht leisten kann? Oder tut sie es nicht? Beide Fälle haben gravierende finanzielle Folgen. Der Betriebskostenzuschuss wird in der 4. Liga kalkulierte 1,5 Millionen Euro für eine einzige Saison betragen. Übernimmt die Stadt das nicht, ist Alemannia weg vom Fenster, und die Stadt muss trotzdem 450.000 Euro pro Jahr an Unterhaltungskosten für den Tivoli aufbringen. Die Antwort auf die Frage fiel deutlich aus. Eine breite Mehrheit sprach sich dafür aus, dass die Stadt einspringt. Der Beschluss gilt zunächst für die kommende Saison.

Viele Politiker bekundeten, sich nur aus der Not heraus so zu entscheiden. Eigentlich hatten CDU und Grüne gesagt, dass keine weiteren Hilfen mehr infrage kämen, nachdem es bereits eine Millionenbürgschaft und die Umschuldung gegeben hatte und man sich dabei von der Alemannia auch noch übel getäuscht sah. Doch nun blieb kaum eine andere Wahl. Ein leeres Stadion wäre auch keine Lösung, wie es hieß.

Nicht alle Mitglieder der Ratsmehrheit sahen das so. Beide Fraktionen gaben die Abstimmung frei, woraufhin einige aus Reihen der CDU und der Grünen gegen den Beschluss stimmten. Aber auch die Befürworter betonten, dass diese Zahlungen kein Dauerzustand sein dürften. Die Finanzierung eines Fußballklubs sei keine kommunale Aufgabe. Der Zuschuss wird an Auflagen geknüpft. Insbesondere soll schnell ein Vermarktungs- und Nutzungskonzept erarbeitet werden. Damit sollen Möglichkeiten für andere Nutzungen aufgezeigt werden, um Einnahmen zu erzielen. Bis Oktober soll es dazu einen Bericht geben. Das Konzept soll von der Stadt selber erstellt oder in Auftrag gegeben werden, nicht von Alemannia oder den Insolvenzverwaltern. Nötig ist sofort die Ausgabe von 200.000 Euro, mit denen die Kosten des Insolvenzverfahrens getragen werden. Ansonsten würde es mangels Masse eingestellt. Dieses Geld soll aus der städtischen Stadionbeteiligungsgesellschaft kommen.

Nicht im Betriebskostenzuschuss enthalten ist übrigens der Schuldendienst für die Stadionkredite. Dafür muss die Stadt weitere 360.000 Euro im Jahr aufbringen.

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