Aachen - Stadtrat beschließt einstimmig: Musikschule bleibt am Blücherplatz

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Stadtrat beschließt einstimmig: Musikschule bleibt am Blücherplatz

Von: Stephan Mohne
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Bleibt laut Ratsbeschluss die
Bleibt laut Ratsbeschluss die Heimat der Musikschule: Das Gebäude am Blücherplatz wird im laufenden Betrieb saniert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ende gut, alles gut. Die Musikschule bleibt, wo sie ist. Nämlich in der über 100 Jahre alten ehemaligen Baukunstschule am Blücherplatz. Der Stadtrat hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, dass das Gebäude im laufenden Schulbetrieb saniert und brandschutztechnisch auf Vordermann gebracht wird.

Beschlossen ist damit auch, dass Abendrealschule und -gymnasium weiter in der Schule Eintrachtstraße bleiben können, wohin die Musikschule eigentlich ausgelagert werden sollte. Und beschlossen ist damit auch, dass die Stadt diesmal die mit rund 2,5 Millionen Euro Gesamtkosten deutlich teurere Variante wählt, schließlich wäre der Umzug nach Verwaltungsberechnungen 650.000 Euro preiswerter gewesen.

Weil sich dieses Ergebnis bereits, wie berichtet, vorab angekündigt hatte, durften sich Verwaltung und Politik diesmal auch seitens der Eltern und Schüler deutlich freundlichere Töne anhören. Im Wortsinn. Waren vor der Ratssitzung im April noch Protestlieder gegen einen Umzug im Rathaus erklungen, so wurden am Mittwochabend Lobeslieder angestimmt.

Mit ihrem Protest hatten es sich die Betroffenen schließlich selbst erkämpft, dass es zu dieser Lösung gekommen ist. Denn zuvor hatte OB Marcel Philipp die Entscheidung zur Auslagerung wegen der Brandschutzmängel noch als „unumstößlich” bezeichnet. Am Mittwoch räumte er noch einmal zwei Fehleinschätzungen ein. So habe man einerseits die hohe Symbolkraft des Gebäudes für die Musikschule unterschätzt. Zum anderen habe man es aus Erfahrung heraus für nicht machbar gehalten, die Schule im laufenden Betrieb umzubauen. Damit aber hatten sich dann Eltern, Schüler, Lehrer sehr wohl einverstanden erklärt. Was gleichwohl bedeutet, dass sie einiges an Lärm und Dreck während der Bauphasen ertragen müssen.

Für die SPD erinnerte Kulturpolitikern Sibylle Reuß daran, dass die Sozialdemokraten von Beginn an gegen die Auslagerung mobil gemacht hätten. Nun sei aus „der Kakophonie eine Harmonie geworden”. CDU-Fraktionschef Harald Baal bezeichnete die Einmischung der Bürger als „hilfreich und gut”. Man habe dadurch wichtige Erkenntnisse gewonnen und sei bereit, sich die hohe Qualität der Musikschule etwas kosten zu lassen. Einzig Grünen-Ratsherr Hermann Josef Pilgram sieht diese Mehrkosten als nicht gerechtfertigt an und kritisierte ebenso wie Ruth Crumbach-Trommler (FDP) die Verwaltung nochmals für ihr Vorgehen. Letztlich enthielt sich Pilgram bei der Abstimmung.

Andreas Müller (Linke) erklärte, dass es sich hier um ein Musterbeispiel dafür handele, dass die Stadt bei allen Zwängen nicht um jeden Preis sparen dürfe: „Denn sonst verarmt die Stadt”, sagte er.
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