Stadtpark: „Betreten verboten“ längst kein Thema mehr

Von: Katharina Redanz
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„Park-Werkstatt“ zum Aachener Stadtgarten: In der Grundschule Passstraße konnten sich Anwohner informieren und gleichzeitig ihre Ideen formulieren. Foto: Andreas Steindl
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Sie erläuterte die bisherigen Ideen und Ansätze: Landschaftsarchitektin Ina Bimberg. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Wir durften nur auf den Wegen durch den Stadtpark gehen und es gab einen Wächter, der darauf achtete, dass die Wiesen nicht betreten werden.“ Jürgen Hartmann erinnert sich gut an seine Jugend in den 1960er Jahren – „natürlich haben wir als junge Leute den Wächter damals immer ein bisschen ausgetrickst und sind trotzdem darüber gelaufen“, sagte der Aachener lachend.

Heute ist es nicht nur erlaubt, sondern erwünscht, dass die Wiesen in Aachens größter zusammenhängender Grünfläche genutzt werden – etwa zum Ausruhen, Lesen, Gärtnern, Joggen und Picknicken. Um den vielseitigen Park aufzuwerten und attraktiver zu machen wird nun ein sogenanntes „Parkpflegewerk“ erstellt, das die Grundlage für die zukünftige denkmalgerechte Nutzung, Sanierung, Pflege und Weiterentwicklung der Grünfläche zwischen Monheimsallee, Passstraße und Rolandstraße bildet.

Der Park sei ein bisschen in die Jahre gekommen, erklärte Elfi Buchkremer vom zuständigen Fachbereich Umwelt der Stadt die Generalüberholung. So müssten zum Beispiel dringend die Wege aufgewertet werden, damit sie auch für Rollstühle und Fahrräder wieder gut passierbar sind. Aber auch die Bepflanzung müsste an manchen Stellen zurückgeschnitten, und Sichtachsen müssten wiederhergestellt werden – schließlich konnte man früher vom Wingertsberg mitten im Park aus den Dom sehen, was heute schon lange nicht mehr der Fall ist.

Mehr Bänke und Sportgeräte

„Es gibt wirklich viele schöne Ecken im Stadtpark, sie müssen nur wieder richtig in Szene gesetzt werden.“ Für genau das wurde Anfang des Jahres das Landschaftsarchitektur Bimberg aus Iserlohn beauftragt. „Wir freuen uns auf die Aufgabe“, so Landschaftsarchitektin Ina Bimberg, „der Aachener Stadtpark ist eine große Grünfläche mitten in der Stadt mit einem wunderbaren Baumbestand und interessanter Geschichte.“

Um die Geschichte fortzuführen, fand nach vielen Gesprächen mit den im Park ansässigen Institutionen – wie etwa dem Kindergarten, Tennisklub oder dem Hotel Quellenhof – jetzt eine öffentliche „Park-Werkstatt“ statt. Bürger, Anrainer und Nutzer des Parks konnten aktuelle Mängel nennen, aber auch Anregungen, Wünsche und Vorschläge für die Weiterentwicklung des Parks einbringen.

In zwei Stunden kamen viele Ideen zusammen: Rund 40 Interessierte plädierten für eine bessere Sauberkeit im Park, mehr Sitzgelegenheiten, Sportgeräte oder einen Trimm-Dich-Pfad, weitreichendere Beleuchtung und eine Reaktivierung der Musikmuschel. „Wir werden alle Anregungen, Wünsche und Verbesserungsvorschläge sowohl von den Institutionen, als auch von den Bürgern auswerten“, erklärte Buchkremer die weiteren Vorgänge, „bis Mitte 2017 wird dann das Parkpflegewerk entstehen, also das Konzept, wie der Stadtpark erhalten, erneuert und gepflegt werden kann.“

Erste sichtbare Veränderungen wird es dann ab Anfang 2018 geben: Anlehnend an das Parkpflegewerk könnten dann Detailpläne erstellt, von der Politik abgesegnet und Angebote eingeholt werden, so Buchkremer. „Eigentlich aber ist der Park auch jetzt schon ganz toll und wir bewegen uns hier auf einem hohen Niveau“, sagte Anwohner Olaf Popien, „jetzt geht es eigentlich nur darum richtig tolle Ecken, Premiumecken, zu schaffen.“

Und auch Jürgen Hartmann, der mit seiner Wohnung in der Passstraße immer noch in unmittelbarer Nähe zum Park lebt, sagte, dass im Vergleich zu früher schon vieles schöner, besser nutzbar und vor allem lockerer sei. „Zum Glück gibt es jetzt keinen Wächter mehr, der einem verbietet über die Wiese zu spazieren.“

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