Aachen - Stadtgeschichte wird in emotionale Hülle gepackt

Stadtgeschichte wird in emotionale Hülle gepackt

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Eine archäologische Vitrine für den Elisengarten: So sehen die Pläne für den 400.000-Euro-Bau aus. Der Weg (links liegt die Ursulinerstraße) führt durch die Vitrine. Im Hintergrund sind die Elisenbrunnen-Gastronomie und das Dach der Rotunde zu sehen. Grafik: kadawittfeldarchitekten

Aachen. 5000 Jahre Aachener Stadtgeschichte bekommen eine emotionale Hülle. Davon spricht jedenfalls Dirk Zweering, Büroleiter der Aachener Architekten Kada Wittfeld.

Mit der „emotionalen Hülle” - einer geflochtenen Stahlkonstruktion mit einem entspiegeltem Glasmantel -, aber auch vielen anderen planerischen Details hat Kada Wittfeld zunächst eine städtische Jury um Baudezernentin Gisela Nacken und dann auch den Verwaltungsvorstand überzeugt, so dass die „Archäologische Vitrine” im Elisengarten nun nach den Plänen der Aachener Architekten gebaut wird.

Kada Wittfeld - die zuletzt auch für das Keltenmuseum auf dem Glauberg verantwortlich waren -Êhatten sich gegen die Mitbewerber Hahn Helten und Fritschi Stahl Baum durchgesetzt. „Die Entscheidung war einstimmig, der Entwurf hat eine künstlerische Ästhetik und passt sehr gut in den Garten”, kommentiert Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden.

Damit hat die Stadt schnell reagiert. „Nachdem uns diese Funde praktisch in den Schoß gefallen sind, haben wir uns unheimlich beeilt”, sagt Linden. Und schnell soll es weitergehen. Das politische Okay des Planungsausschusses vorausgesetzt (Linden: „Der Entwurf ist so überzeugend, dass die Politiker zustimmen werden), soll noch im April die Umsetzung ausgeschrieben werden. Bereits im Sommer könnte gebaut, im September mit dem gesamten umgestalteten Elisengarten eröffnet werden.

400.000 Euro werden dabei in die „Archäologische Vitrine” investiert. Dafür gibt es eine hochwertige Architektur, die sich der Geometrie des Parks anpasst - sprich einen ovalen Baukörper, etwa 2,75 Meter hoch. Dieser wird sich über den Weg auf Seiten der Ursulinerstraße (nach Ostern beginnen hier die Kanalarbeiten) spannen und die Menschen so automatisch in die Aachener Stadtgeschichte führen. In dem 60-Quadratmeter-Pavillon sind Teile der Ausgrabungen hinter Glaswänden zu sehen. Die Besucher können um die Ausgrabungen herum gehen aber auch auf ein paar Sitzstufen verweilen.

„Wir haben hier eine geschichtliche Verantwortung und brauchen eine anspruchsvolle Lösung”, lobt OB Linden die Pläne. Die Stadt wolle ein Signal setzen. „Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, wir könnten im Elisengarten 5000 Jahre Aachener Geschichte dokumentieren, nachdem wir zum Teil die Aachener Geschichte neu schreiben mussten, dann hätte ich ihn ausgelacht”, sagt er. Und: „So etwas kann keine andere Stadt in Europa zeigen.”

Architekt Zweering ist sich dieser Verantwortung bewusst. „Es wird keine Kiste”, verspricht er.
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