Stadtgärtnerei und Recyclinghof schneiden gut ab

Von: Robert Esser
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Spaß an der Mülltrennung im Recyclinghof Kellershaustraße: Heinz Willi Clairding, Heinrich Richter, Abfallberaterin Manuela Staaks und Hans Nüsser begegnen der Kundschaft mit einem Lächeln. Foto: Ralf Roeger
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Baden in einem Meer aus Blumen: Paul Gronen, Chef der Stadtgärtnerei, und Mitarbeiterin Andrea Grieff hüten, pflegen und verteilen die bunte Pracht in der Soers. Foto: Ralf Roeger
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Sommerflor: Im Westpark hat das Team rund um Dominik Sundarp vom Stadtbetrieb bereits ganze Arbeit geleistet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Weil Themen nicht durch die Blume, sondern ganz unverblümt angesprochen werden, erntet unsere aktuelle AZ-Aktion viel Lob. Unsere Leserinnen und Leser lokalisieren nach unserem Aufruf reihenweise Missstände und hässliche Ecken – sparen mancherorts aber auch nicht mit Lob für die Stadt.

 Ganz vorne auf der Hitliste der meistgepriesenen Veränderungen landen – für manche vielleicht überraschend – der Recyclinghof Kellershaustraße und die städtische Blumenpracht.

„Sehr gut gefällt mir der Einsatz des Stadtbetriebs, Abteilung ‚Schöne Beete in der Stadt‘“, schreibt – unter anderem – unser Leser Eberhard Burlet. Und fügt hinzu: „Seit mehreren Jahren zaubert die Arbeit der Mitarbeiter ein Lächeln in mein Gesicht.“

Die AZ-Recherche: Verantwortlich dafür sind dutzende städtische Mitarbeiter und ein Budget in Höhe von nur rund 500.000 Euro. Komplimente freuen natürlich Paul Gronen und sein 21-köpfiges Team von der Stadtgärtnerei. Er betont, dass die Aachener Blütenpracht ohne den Einsatz der Kollegen vom Stadtbetrieb unmöglich wäre. 130.000 Pflanzen ziehen die Profis pro Saison – darunter vor allem Knollen-Begonien, Geranien, Petunien, Fuchsien und Löwenmäulchen. 68 verschiedene Sommerblumenarten in zig verschiedenen Sorten und Farben wachsen auf dem 29 000 Quadratmeter großen Gärtnerei-Areal in der Soers. Gerade läuft die Frühjahrsbepflanzung. „Es gibt ganz exakte Bepflanzungspläne für jede Ecke der Stadt. Wir wissen genau, wo jede Pflanze landet“, sagt er.

Wobei sich im Laufe der Jahre einiges geändert hat. „Früher war die Bepflanzung der Beete sehr einheitlich, heute würde man das eintönig finden“, erinnert sich Gronen. „Heute pflanz man abwechslungsreicher – in Höhe und Farbe. Optimal ist es, wenn ein und dasselbe Beet innerhalb weniger Monate bis zu dreimal das Erscheinungsbild wechselt, ohne dass wir nochmal eingreifen müssen – einfach durch die unterschiedlichen Blüte- und Wachstumszeiten. Zum Beispiel explodiert eine Dahlie irgendwann, die wird riesig – das verändert das Erscheinungsbild eines Pflanzbereiches extrem.“ Auf einem einzigen Quadratmeter landen zwischen 22 und 42 Pflanzen – je nach Größe.

Der größte Unterschied zu früheren Zeiten: „Dass es in unseren Parkanlagen keine Schilder mehr mit der Aufschrift ,Betreten der Wiesenfläche verboten‘ gibt“, sagt Gronen. Er erinnert sich daran, dass früher sogar Parkaufseher mit Schäferhunden patrouillierten. „Aber das ist zum Glück längst passé“, stellt Gronen fest.

Dafür beschäftigt sich die Stadtgärtnerei neuerdings mit ganz frischen Züchtungen, die das Blumenbild in Aachen künftig noch schöner machen könnten. „Zum Beispiel testen wir dieses Jahr ein neues Edellieschen, das für volle Sonnenplätze gezüchtet wurde – normalerweise vertragen die nur Halbschatten“, so der Experte. Ein weiterer Unterschied zu vergangenen Tagen: „Von der ehemals 600 Gefäßen, also Pflanzkübeln, im Stadtbild sind nur noch etwa 100 übrig“, rechnet er vor. „Der klassische Blumenkübel ist auf dem Rückmarsch“, resümiert Gronen. Er betont: „Die positive Resonanz der Bevölkerung auf unsere Arbeit freut uns total.“

Ähnlich begeistert äußert sich unsere Leserin Maria-Ursula Schneider über den Recyclinghof in der Kellershaustraße. „Da macht Müll entsorgen und sortieren richtig Freude“, schreibt sie. „Auch ist das dortige Personal sehr hilfsbereit, freundlich und fachlicht gut aufgestellt. Ein sehr guter Beitrag zum Umweltschutz“, lobt sie.

Die AZ-Recherche: Heinz-Willi Clairding, stellvertretender Bereichsleiter Abfallwirtschaft bei der Stadt, seine Mitarbeiterin Manuela Staaks und das Team des Recyclinghofs schreiben eine absolute Erfolgsgeschichte. Seit anderthalb Jahren ist das neue Gebäude für den Publikumsverkehr freigegeben. Vor allem an Samstagen und montagmorgens brummt das Geschäft. Staaks preist die angenehmen Entsorgungswege: „Hier fährt man mit dem Wagen quasi vor den Container und wirft alles hinein.“ Die Besucher fahren auf eine Rampe und werfen Holz, Metall, Bauschutt, gelbe Säcke, Papier, Grünschnitt und Sperrgut in die entsprechenden Container. Sind diese voll, werden sie von den Mitarbeitern ausgetauscht, ohne den Publikumsverkehr zu blockieren. „Uns ist es sehr wichtig, mit einem Lächeln im Gesicht zu arbeiten und den Leuten betont freundlich zu begegnen. Das zahlt sich aus“, sagt Clairding.

Die Zahlen sprechen für sich: 2014 verwertete man auf dem alten Gelände 665 Tonnen Papier, von Januar bis Oktober 2015 waren es bereits 920 Tonnen. Das entspricht etwa 4000 Anlieferungen pro Woche, sortiert werden 14 Wertstoffe von acht Mitarbeitern.

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