Aachen - Stadt zieht „Felgenkiller” nicht aus Verkehr

Stadt zieht „Felgenkiller” nicht aus Verkehr

Von: Thorsten Karbach
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Gehören eigentlich aus dem Verkehr gezogen: Vorderradständer sind weder diebstahlsicher noch materialschonend. Im Gegenteil: Unter Radfahrern werden sie auch „Felgenkiller” genannt. Die RWTH bittet die Stadt, die Ständer durch moderne Bügel zu ersetzen. Die erwartet aber erstmal eine Bedarfs- und Standortplanung der Hochschule sowie eine finanzielle Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die Fahrradständer an der Hochschule bringen die Studenten auf Touren. Die Kritik an den veralteten Vorderradständer wird lauter, als „Felgenkiller” haben die Eisenhalterungen, in die das Vorderrad geschoben wird, sonst ausgedient. Die Stadt Aachen montiert schon seit Jahren im öffentlichen Straßenraum ausschließlich Fahrradbügel, die einerseits diebstahlsicherer, andererseits eben auch materialschonender sind.

In Sachen Rad ist an der RWTH dagegen guter Rat teuer. Verwaltung und Asta haben nun die Stadt gebeten, den „Felgenkillern” das Handwerk zu legen. Sprich sie zu entfernen und durch moderne Bügel zu ersetzen. Man selbst habe nach Aussage des RWTH-Baumanagements keine Finanzmittel für Radabstellanlagen.

Die Stadt Aachen hat diese - und zwar 5000 Euro im Jahr. Die reichen aber - auch ohne RWTH-Anfrage - längst nicht aus. Die Kosten pro Radbügel - an dem zwei Fahrräder in der Regel befestigt werden können - liegen bei rund 100 Euro. Es gibt also Geld für jährlich 50 neue Bügel. „Der Bedarf liegt regelmäßig höher als die Kapazitäten, die vorhanden sind”, heißt es in einer städtischen Stellungnahme für die Bezirksvertretung Mitte und den Mobilitätsausschuss, die das Thema im Dezember beraten werden.

Mangel im Frankenberger Viertel

Alleine für das Frankenberger Viertel wurde vom ADFC 2009 ein Bedarf von 240 Bügeln ermittelt. Bis heute wurden an Viktoriaallee, Schlossstraße und Bismarckstraße nicht einmal die Hälfte errichtet.

Der Bedarf an der RWTH ist noch weit höher. Allein vor dem Audimax und an der Wüllnerstraße gibt es 154 veraltete Vorderradhalter und 22 Bügel im öffentlichen Straßenraum. Dazu kommen 153 Vorderradhalter und zehn Abstellplätze auf RWTH-Boden. Würde die Stadt als Ersatz für die 154 Vorderradhalter 77 Bügel montieren, würden die Kosten inklusive Demontage bereits 10000 Euro und damit das Doppelte des vorhandenen Etats betragen.

Und das ist laut Verwaltung ausgeschlossen. Im RWTH-Kernbereich zwischen Turmstraße, Pontstraße, Augustinerbach und Schinkelstraße gibt es dann weitere 131 Bügel und 286 Vorderradhalter auf städtischem Grund.

Würden letztere durch 143 Bügel ersetzt, stünden noch einmal rund 20.000 Euro Kosten an. Das ist ebenso ausgeschlossen.

Auf RWTH-Grundstücken gibt es weitere 60 Bügel und 930 „Felgenkiller”. Und die Zahl der Plätze steht bislang in keinem Zusammenhang mit den Hörsaalkapazitäten der TH.

RWTH soll Bedarf ermitteln

Die Stadt rechnet beispielsweise beim Audimax mit 20 Prozent Studenten, die mit dem Fahrrad zu den Vorlesungen kommen. 2000 Hörsaalplätze gibt es, macht einen Bedarf von 400 Abstellplätzen. Vor dem Audimax gibt es aktuell aber nur 176. Deswegen fordert die Stadt die TH zunächst auf, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln.

Im öffentlichen Raum ließen sich dann neue Bügel errichten - aber nur mit Beteiligung der Hochschule, die entsprechende Mittel ausweisen müsste. Der städtische 5000-Euro-Etat müsse ab 2012 aber ebenso erhöht werden.
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