Stadt will Tivoli im Januar 2015 kaufen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
7662675.jpg
Millionenprojekt neuer Tivoli: Die Stadt wird wohl noch einmal ins Portemonnaie greifen müssen, wenn sie die Immobilie übernimmt. Foto: Fotomontage: AZ

Aachen. Lange nichts mehr vom Tivoli gehört. Abseits des sportlichen Geschehens, versteht sich. Am Donnerstag im Stadtrat wird sich das ändern. Die Verwaltung hat das Thema auf die Tagesordnung des nicht-öffentlichen Teils gehoben.

Es gilt zu berichten, was sich seit dem politischen Grundsatzbeschluss zum Kauf des Stadions getan hat. Wichtigster Punkt: Mit der Übernahme zum symbolischen Preis von einem Euro klappt es wohl erst im kommenden Jahr. Das hat komplizierte steuerliche Gründe. Dann aber soll es flott gehen. Bis „spätestens 31. Januar“ soll die Tinte unter den Verträgen sein.

Zur Erinnerung: Die Stadt ist durch den Niedergang der Alemannia in eine Zwickmühle geraten. Nach der Umschuldung der Stadionkredite muss sie Zinsen und Tilgung der Millionenverbindlichkeiten an die Bank überweisen, weil der Pleiteklub das nicht kann. Dasselbe gilt seit vergangenem Jahr auch für die Unterhaltungskosten. Die entsprechende „Nutzungsvereinbarung“ endet am 30. Juni. Auch die Bezirksvertretung hatte seinerzeit dieser Lösung zugestimmt – vorausgesetzt sie bleibt auf ein Jahr befristet.

Bei der städtischen Zahlung handelt es sich quasi um einen Zuschuss – haushaltstechnisch gesehen um eine „freiwillige Leistung“. Würde die Stadt das Stadion kaufen, wären diese Kosten jedoch nicht zu beanstanden. Schließlich muss die Stadt ihre Gebäude unterhalten. Durch die Verzögerung beim Stadionkauf muss nun aber auch die Nutzungsvereinbarung und damit die Zuschusszahlung um sieben Monate verlängert werden – sonst stünde der Viertligist ab Juli ohne Spielstätte da. Doch dabei wird die Stadt sogar noch einmal eine Schippe drauflegen müssen.

Rechtsanwalt Frank Kebekus, Insolvenzverwalter der Alemannia Stadion GmbH, hält den bisherigen Zuschussdeckel, der bei 1,5 Millionen Euro liegt, für zu gering, erläutert die Verwaltung. Schließlich steige die Reparaturbedürftigkeit des Stadion jährlich. Kebekus will auf möglichen Zusatzkosten nicht sitzen bleiben. Veranschlagt werden nun 1,8 Millionen Euro – auf die sieben Monate gerechnet muss die Stadt knapp über eine Million Euro locker machen, will ihrerseits aber dafür sorgen, dass die Unterhaltungskosten auf 875.000 Euro „gedrückt“ werden können.

Mit der Bezirksregierung, die bei der Verlängerung einmal mehr mitspielen muss, hat am Dienstag Dezernent Lothar Barth, auch zuständig für die städtische „Stadionbeteiligungs GmbH“, gesprochen. Das Ergebnis will er am Mittwoch dem Rat mitteilen. Spannende Gespräche wird es auch noch mit dem Finanzamt geben, wenn es um den Kauf geht. Je nach Bewertung der Immobilie durch den Fiskus geht es um einen zweistelligen (Steuer-)Millionenbetrag. Den zahlen zu müssen, will die Stadt mit entsprechenden Argumenten verhindern.

Leserkommentare

Leserkommentare (5)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert