Stadt will den Finger aufs ehemalige Straßenbauamt legen

Von: Stephan Mohne
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Nur noch eine Ruine: In dem ehemaligen Straßenbauamt arbeitet seit 2013 niemand mehr. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Gebäude ist nur noch eine Ruine. Zäune sollen verhindern, dass sich dort ungebetene Gäste herumtreiben. Dabei ist in den vergangenen Jahren schon so ziemlich alles „geräubert“ worden, was Metall und Kabel ist.

Denn seit nunmehr vier Jahren und zwei Monaten hat niemand mehr regulär das ehemalige Landesstraßenbauamt betreten – zumindest nicht, um seiner Arbeit nachzugehen. 1965 bezogen, rottet der Betonklotz vor sich hin. Jetzt aber scheint es in Bezug auf diese Immobilie Bewegung zu geben. Die Verwaltung teilt der Politik mit, dass das Gebäude jetzt verkauft werden solle. Und da will die Stadt selber den Finger drauflegen.

Vorkaufsrecht

Der Planungsausschuss soll am 18. Mai eine Satzung beschließen, die der Stadt ein Vorkaufsrecht für das Gebäude sichert. Tags zuvor berät auch die Bezirksvertretung Mitte darüber. Dieses Vorkaufsrecht soll der „Sicherung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung“ dienen. Will heißen: Die Stadt will nicht, dass auf dem exponiert gelegenen Gelände an der Ecke Adenauerallee/Karl-Marx-Allee irgendetwas entsteht, sondern dass, was ihr so vorschwebt. Und da gehen die Gedankenspiele ganz klar in Richtung Wohnungsbau.

Zitat: „In der Stadt Aachen besteht ein dringender Bedarf an Wohnraum, insbesondere auch an bezahlbaren Wohnraum. Aufgrund der Nähe zum Stadtteilzentrum Burtscheid mit allen Infrastruktureinrichtungen, der guten verkehrlichen Anbindung und der Nähe zu den umgebenden Naherholungsbereichen bietet es sich an, hier Wohnungsbau, insbesondere auch öffentlich geförderten Wohnungsbau zu entwickeln.“

Da würde auf das Grundstück vermutlich schon einiges passen. Denn es ist immerhin 5000 Quadratmeter groß. Bislang steht noch das frühere Landesbehördenhaus darauf, das 3000 Quadratmeter Nutzfläche hat. Doch sanierungsfähig ist es wohl kaum noch, sondern dürfte der Abrissbirne zum Opfer fallen. Genauer lässt sich die Verwaltung in der knappen Vorlage allerdings noch nicht über etwaige Pläne aus. Zunächst gilt es, das Areal zu kaufen, das bisher noch dem Land gehört.

Ein neuer Anlauf

Der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) wollte das Gebäude in einem Bieterverfahren schon nach dem Auszug der letzten Mitarbeiter des früheren Straßenbauamts, das heute „Landesbetrieb Straßen NRW“ heißt, verkaufen. Daraus ist bislang aber nichts geworden. Nun steht wohl ein neuer Anlauf an. Die Stadt hatte zwischenzeitlich schon Interesse bekundet, das Gebäude für die Flüchtlingsunterbringung anzumieten. Wegen der enormen Kosten für die Herrichtung – sie bewegten sich in Millionenhöhe – wurde aber daraus auch nichts. Nach einer Umstrukturierung war die Hälfte der Belegschaft – damals 120 Mitarbeiter – des Straßenbauamts aus Aachen abgezogen worden, im März 2013 gingen die restlichen. Seither ist an dieser Stelle nichts mehr passiert.

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