Aachen - Stadt wehrt sich gegen „dreckige Vorwürfe”

Stadt wehrt sich gegen „dreckige Vorwürfe”

Von: Robert Esser
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Die Stadt sei nicht für alles verantwortlich: Franz Narloch, Leiter des Stadtbetriebs, weist die scharfe Kritik zurück. Foto: Schmitter

Aachen. In 365 Tagen rund um die Welt: 44.408 Kilometer Gehwege müssen die 75 Mitarbeiter der Straßenreinigung allein in Aachen Jahr für Jahr mit 14 Kehrmaschinen, sechs Pritschenfahrzeugen und 60 Kehrkarren bewältigen.

Hinzu kommen 62.400 Kilometer Straßen und 6240 Kilometer Radwege, die jährlich gesäubert werden. Pro Woche kommen dem Stadtbetrieb 858 Straßenkilometer unter die Kehrbesen. Trotzdem sind viele Aachener mit der Sauberkeit unzufrieden und beklagen die Vermüllung der Stadt (wir berichteten). Franz Narloch, Leiter des Stadtbetriebs, weist den Vorwurf zurück, dass Aachen zu den schmutzigsten Städten der Republik gehört: „Wir sind eine saubere Stadt, sauberer als viele andere Städte!”

Der Chef der Reinigungsmannschaft erklärt, „die von den Bürgerinnen und Bürgern benannten Drecksecken sind dem Stadtbetrieb bekannt. Sie sind nicht Synonym für eine schmutzige Stadt.” Narloch betont: „Nicht die Beschäftigten des Stadtbetriebs verursachen diesen Schmutz! Es sind nur einige wenige Menschen in dieser Stadt, die buchstäblich alles fallen lassen, obwohl es ausreichend Abfalleimer gibt. Die aber auch illegal ihren Müll entsorgen, obwohl es ausreichend Möglichkeiten gibt, Abfall legal und ohne Mehrkosten zu entsorgen.” Die Männer der Stadtreinigung täten trotzdem täglich ihr Bestes, „um unsere Stadt nicht nur sauber zu halten, sondern auch allen Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass sie sich wohl fühlen”.

Entscheidend sei zudem, dass nicht alles im Verantwortungsbereich des Stadtbetriebs liege. Andere Eigentümer und der Landesbetrieb Straßen NRW würden regelmäßig darauf hingewiesen, dass sie Unrat und wilden Müll von ihren Grundstücken zu entfernen haben, erklärt Narloch. Denn: „Wer weiß schon, dass die Straßen des Landschaftsverbandes Rheinland - zum Beispiel der Amsterdamer Ring, Berliner Ring, Brüsseler Ring sowie einige Bundes- und Landstraßen - nicht in der Zuständigkeit des Stadtbetriebs liegen.” Diese „Verpflichteten” kämen ihrer Reinigungsaufgabe nicht rechtzeitig nach, kritisiert er.

Narloch ist trotz der ihm bekannten Drecksecken sicher: „Wer mit wachen Augen durch unsere Stadt geht, der kann nicht zu dem Schluss kommen, unsere Stadt verkomme, sei dreckig oder gar die schmutzigste Stadt der Republik.”

Pro Jahr über 200.000 Papierkörbe geleert, Straßen oftmals täglich gekehrt

Die von AZ-Leserinnen und -Lesern beklagten Drecksecken werden laut Stadtbetrieb in unterschiedlichen Zuständigkeiten betreut:

Kronprinzenstraße (104 Reinigungen pro Jahr, gelegentlich taucht hier wilder Müll auf, der vom Stadtbetrieb entsorgt wird), Beverstraße (104 Reinigungen pro Jahr, gelegentlich wilder Müll), Moltkestraße/Bergische Gasse (104/52 Reinigungen pro Jahr, permanente Verschmutzung an Glascontainern, die täglich gereinigt werden), Lütticher Straße, Bunker, Durchgang Weberstraße (Zuständigkeit Fachbereich Immobilienmanagement, soll jetzt gesäubert werden), Bahnunterführung Westbahnhof (wird alle 2 Tage gereinigt, Vorplatz Rothe Erde Bahnhof (tägliche Reinigung), Straßenböschungen Pariser Ring, Amsterdamer Ring, Vaalser Straße (Zuständigkeit Landesbetrieb Straßen NRW), Neuköllner Straße, Mies-van-der-Rohe-Schule (Grundreinigung während aller Schulferien, Mülleimerleerung zweimal wöchentlich), Eisenbahnweg, Zufahrt Arkadenplatz (täglich mindestens eine Reinigung, Laurentiusstraße, Standort Glascontainer (52 Reinigungen), Theatervorplatz (260 Reinigungen), Heinrichsallee, Innenstadt-Seite (tägliche Reinigung), Parkplatz Ludwig Forum (zuständig ist das Museum), Brunnen Komphausbadstraße (Fachbereich Gebäudemanagement), Weststraße (bis zur Brücke, 52 Mal).

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