Stadt tritt beim früheren Schulbeginn auf die Bremse

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
6240231.jpg
Nicht der gewünschte Erfolg auf ganzer Linie: Mit geänderten Schulanfangszeiten könnte die Aseag - wenn überhaupt - 120.000 und nicht die erwarteten 400.000 Euro sparen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. 400.000 Euro hätte die Aseag einsparen sollen – auf Kosten der Anfangszeiten der Schulen. Es war im September 2011, als im Mobilitätsausschuss der Startschuss für ein Gutachten fiel. Geprüft werden sollte, ob und wie die Betriebskosten bei den Linienbussen vor dem ersten Schulgong deutlich gesenkt werden könnten. Nach und nach wurde es ruhiger um diese Idee, nun gibt es zumindest einen leisen Paukenschlag.

Die Verwaltung tritt auf die Bremse und empfiehlt dem Schulausschuss, in seiner Sitzung am 26. September das Thema zu beenden.

Es gibt viele gute Gründe dafür, aber vor allem ein Argument: Mehr als 120.000 Euro ließen sich nach Berechnungen – mit im Boot waren neben der Aseag und den Schulen auch das Büro für Kommunalberatung und das Planungshaus Südstadt – nicht sparen. Dies entspreche laut Aseag sechs Linienbussen. Und das rechtfertige nicht die Auswirkungen auf die vielen Schulen. Denn die sind nicht zu taxieren.

Letztlich kommt nämlich nur ein Modell für die Stadt Aachen überhaupt in Frage. Demnach würden die Burtscheider Schulen, also Einhard-Gymnasium, Hauptschule Malmedyer Straße, Luise-Hensel-Realschule, Pius-Gymnasium und Rhein-Maas-Gymnasium, bereits um 7.40 Uhr mit dem Unterricht beginnen – statt beispielsweise um 7.55 Uhr wie aktuell am Rhein-Maas-Gymnasium. Aufgrund von Kooperationen wäre auch das St.-Ursula-Gymnasium betroffen.

Auf der anderen Seite müssten Heinrich-Heine-Gesamtschule und Anne-Frank-Gymnasium erst um 8.20 Uhr beginnen – normalerweise startet der Unterricht an beiden Schulen um 8.05 Uhr. Auch die Grundschule Laurensberg und die Förderschule im Schulzentrum Laurensberg würden sich dieser Regelung wohl anpassen müssen. Letztlich würde sich der Schulbeginn für rund 6500 Aachener Schüler verändern.

Grundsätzlich verschließen wollen sich die betroffenen Schulleiter dem Thema nicht, auch wenn anfangs ein Schulbeginn vor 7.45 und nach 8.15 Uhr ausgeschlossen wurden – ebenso wie unterschiedliche Anfangszeiten je nach Jahrgangsstufe. Es bleiben Befürchtungen, der frühe oder späte Schulbeginn würde sich auf die künftigen Schülerzahlen auswirken. Niemand will ausschließen, dass Schüler statt im frühen oder späten Bus zu sitzen, einen Bogen um die Burtscheider und Laurensberger Schulen machen. Und genau das will die Verwaltung nicht: Eine Wettbewerbsverzerrung innerhalb der Schullandschaft müsse vermieden werden.

Ein veränderter Schulbeginn hätte weitere Auswirkungen: Mensazeiten müssten angepasst, Turnhallenzeiten von Schulen wie auch Sportvereinen neu festgelegt werden. Und dann müssten alledem auch noch sämtliche betroffenen Schulkonferenz zustimmen – und das Okay der Träger von Pius und St. Ursula eingeholt werden.

Keine nennenswerten Auswirkungen auf die Betriebskosten der Aseag hätte übrigens ein veränderter Unterrichtsbeginn an den Innenstadtschulen Kaiser-Karls-Gymnasium, Gymnasium St. Leonhard, Couven-Gymnasium, Viktoriaschule und Maria-Montessori-Gesamtschule.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert