Stadt stellt Planung für den Ausbau der Betreuung von U3-Kindern vor

Von: Thorsten Karbach
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Aachen. Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Ob die vom Land vorgegebenen 32 Prozent, die vom Bund propagierten 35 Prozent oder allein die aus einer Umfrage hervorgegangenen 45 Prozent in Sachen U3-Betreuung ausreichen, kann Stadtdirektor Wolfgang Rombey nicht vorhersagen.

Tatsache ist, dass am 1. August der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren in Kraft tritt. Tatsache ist auch, dass alle Kommunen deswegen in neue Plätze investiert haben. Und in Aachen darf Rombey nun verkünden, dass es für das neue Kindergartenjahr 2183 U3-Betreuungsplätze gibt – das entspricht einer Versorgungsquote von 36,90 Prozent. Damit zählt Aachen zu den besten Kommunen im Land. „Wir können dies mit Stolz melden“, sagt er.

Die 2183 verteilen sich dabei wie folgt: 1436 (1101 waren es 2012) sind normale, 13 (13) integrative U3-Plätze jeweils in einer Kindertagesstätte. 500 werden von Tagesmüttern (-vätern) in der familiären Tagespflege angeboten. Das sind 50 mehr als im Vorjahr. 85 fallen auf privatgewerbliche Einrichtungen (102 im Vorjahr), 149 auf andere Betreuungsformen (124). Letztlich sind es 393 Plätze mehr als im noch laufenden Kindergartenjahr, das macht eine Steigerung von 30,54 auf eben 36,90 Prozent.

177 Kita-Plätze entstehen durch Neu-, An- und Umbauten unter anderem an Süsterfeldstraße und Vaalser Straße. In 158 Fällen wurden Ü3- in U3-Plätze umgewandelt – und zwar kreuz und quer durch die Stadt. Baustellen gibt es aber weiterhin. Denn die Verteilung der U3-Plätze nach Stadtteilen ergibt komfortable Situationen in West/Gut Kullen/Vaalserquartier mit 57,83 Prozent und Kornelimünster/Oberforstbach/Schleckheim mit 54,93 Prozent. Auf der anderen Seite liegt für den Bereich Ostviertel/Rothe Erde die Versorgungsquote bei 27,37 Prozent und für Forst/Driescher Hof bei nur 16,4 Prozent. „Wir können leider nicht überall wohnortnahe Angebote schaffen“, erklärt Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend, Schule. Die Stadt aber prüft mit der GeWoGe, ob in Driescher Hof Raum für Großtagespflegegruppen frei wird. Die Eltern dort müssen aber erst einmal Fahrten in andere Viertel in Kauf nehmen. Denn der Rechtsanspruch bezieht sich „lediglich“ auf einen Betreuungsplatz im gesamten Stadtgebiet. Nicht auf eine bestimmte Kita oder Tagesmutter.

Dennoch: Es werden weiterhin – möglichst wohnortnah – Plätze geschaffen. Sind von 2009 bis 2012 bereits 6,5 Millionen Euro in den U3-Ausbau investiert worden, wird bis 2016 mit weiteren 13,3 Millionen Euro kalkuliert. Neue Kindertagesstätten sind an Kalverbenden, Bergstraße, Aachener Straße, Düppelstraße, Kronenberg und Eintrachtstraße geplant. „Wir wollen auch unserem Anspruch als familienfreundliche Stadt gerecht werden“, sagt Rombey. Nächste Woche wird die Planung der Politik vorgestellt. Bis zum 15. März muss sie beim Land eingehen, um Zuschüsse zu erhalten. Doch erst am 1. August ist hundertprozentig klar, ob 36,90 Prozent reichen.

<i><b>Eltern fragen „Masse statt Klasse?“</b>

Der Jugendamtselternbeirat in der Stadt Aachen beschäftigt sich am Mittwoch, 9. Januar, bei einer Podiumsdiskussion mit dem Thema U3-Betreuung. Ab 16.30 Uhr lautet in der Käthe-Kollwitz-Schule, Bayernallee, die Frage: „Masse statt Klasse? Wohin steuert die U3-Betreuung“.

Nach einem Vortrag von Monika Mangen (Sozialpädagogin) wird es eine Podiumsdiskussion geben. Auf dem Podium sitzen Ruth Wilms (CDU), Bernd Krott (SPD), Hilde Scheidt (Grüne), Birgit Haveneth (FDP) und Andreas Müller (Linke).

Während der Veranstaltung ist für eine Kinderbetreuung durch angehende Erzieherinnen und Erzieher gesorgt. Es wird um unverbindliche Anmeldung über das entsprechende Formular auf www.jaeb-aachen.de/msk_anmeldung.php gebeten.</i>

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