Aachen - Stadt spart sich Flüsterasphalt bis Brand

Stadt spart sich Flüsterasphalt bis Brand

Von: Robert Esser
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Viele Bauabsperrungen auf engstem Raum: Bei einigen Maßnahmen in und rund um Brand ist aber schon in den kommenden Tagen Besserung in Sicht. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Für Brand sind derzeit die wenigsten Verkehrsteilnehmer Feuer und Flamme. An allen Ecken und Enden droht Stau. Vor allem die Asphaltarbeiten auf der Trierer Straße in der Höhe von Schönforst – wo stadtauswärts die Fahrbahndecke erneuert wird und deswegen statt vier nur zwei Spuren zur Verfügung stehen – sorgen für nervenaufreibende Staukilometer.

„Die Asphaltarbeiten müssen vor dem Beginn der Sanierungsmaßnahme des Tunnels Adenauerallee/Trierer Straße durch strassen.nrw im September abgeschlossen sein“, begründete jetzt das Presseamt Maßnahme und Zeitnot auf AZ-Anfrage. Bloß: strassen.nrw denkt nicht daran, dieses Jahr noch mit der Sanierung des maroden Tunnelbauwerks zu beginnen.

„Die Schäden sind viel zu groß, viel schlimmer als erwartet. Wir sind noch bei der Bestandsaufnahme. Vor 2017 ist am Tunnel nicht mit einem Baubeginn zu rechnen“, erklärte Projektleiter Arnd Meyer. Erschwerend kommt einige hundert Meter weiter auf der Trierer Straße ein Gasleck an einer Leitung unter der Fahrbahn hinzu. Auch hier fällt hinter der Autobahnauffahrt zumindest für einige Tage eine Spur stadtauswärts weg.

Warum belasten also so viele Straßenbaumaßnahmen gleichzeitig den Verkehr in und rund um Brand? „Die Situation für Radfahrer und Autofahrer ist im Moment nicht glücklich“, sagt der Brander Bezirksamtsleiter Wolfgang Sanders. „Natürlich droht ein Dilemma, wenn man schnellstmöglich viele Maßnahmen durchführen möchte – die ja auch alle nötig sind“, erklärt er. Man habe allerdings in enger Absprache mit der Stadt darauf hingewirkt, nicht alle Straßenbaumaßnahme – so wie geplant – gleichzeitig in Brand anzugehen.

Mit anderen Worten: Es hätte noch viel schlimmer kommen können, wenn man nicht Asphaltarbeiten in der zuvor lange beeinträchtigten Neuenhofstraße sowie der Vollausbau des Stromnetzes an der Münsterstraße zwischen Vennbahnweg und Wilhelm-Ziemons-Straße um einige Monate nach hinten geschoben hätte. Insofern funktioniert das Baustellenmanagement der Stadt. Trotzdem ist auf einigen Streckenabschnitten noch lange keine Besserung in Sicht. Zum Beispiel auf dem Grauenhofer Weg – eine der Transitrouten von und nach Brand parallel zur staugeplagten Trierer Straße.

Vergangene Woche wurde dort eine neue provisorische Asphaltdecke verlegt, um den Kfz-Verkehr zumindest einspurig „mit Baustellenampeln sicher und zügig durch die Baustelle zu leiten“, wie das Presseamt mitteilt. Mit einer Fertigstellung der Baustelle ist aber nicht vor dem Jahresende 2016 zu rechnen. Schneller geht es einige hundert Meter weiter auf der Niederforstbacher Straße voran.

Nur nicht für den Durchgangsverkehr – die Straße ist seit April komplett gesperrt. Dennoch. „Die führt neben mehr Sicherheit für Autofahrer, Radfahrer und die Arbeiter auf der Baustelle auch zu einer deutlichen Beschleunigung der Baumaßnahme von sieben auf vier Monate“, so das städtische Presseamt. Bauzeitende: voraussichtlich Ende Juli.

Mitten in Brand sieht es etwas besser aus: Die Baustellenampel an der Kreuzung Rombachstraße/Wolferskaul soll bereits Ende dieser Woche demontiert werden, da die Baumaßnahme schon weit fortgeschritten ist. Dann ist es womöglich auch mit dem ungeliebten Abkürzungsverkehr vorbei, der sich derzeit durch eine eigentlich abgepollerte Spielstraße an der Baustelle vorbeimogelt. Anwohner haben deswegen bereits Beschwerden eingereicht.

Einen Steinwurf entfernt baggern Bautrupps auf dem Brander Markt. Im laufenden Monat sollen schon Neubepflanzungen starten, der erste Abschnitt des Komplettumbaus (Fertigstellung zum Jahresende) soll bis Ende August über die Bühne gebracht werden.

Dann rollen auf der Trierer Straße längst wieder vierspurig Karossen – wahrscheinlich schon ab Donnerstag. Allerdings – anders als stadteinwärts auf derselben Straße – so laut wie vorher. Den sonst von offizieller Seite so hochgelobten Flüsterasphalt spart sich die Stadt erstmal. Irgendwann wird man die Straße also wohl wieder aufreißen. Falls man möchte, dass in Sachen Lärmoptimierung in Brand nichts anbrennt.

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