Stadt spart an Schulen - aber nur Energie

Von: Thorsten Karbach
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Baujahr 1970 und damit energetisch nicht mehr zeitgemäß: Die Grundschule Driescher Hof in der Gleiwitzer Straße wird für 1,7 Millionen Euro umfangreich saniert. Das Geld kommt aus dem Konjunkturpaket II. Mit der Sanierung lassen sich künftig 70 bis 80 Prozent Energie an dieser Schule einsparen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Schule kostet Energie. Nicht nur die büffelnden Schüler sondern auch die Stadt - und das im Wortsinne. Denn Aachens Schulen sind alt, viele zwischen 1955 und 1975 gebaut. „Da hat man noch keinen Wärmeschutz gekannt”, sagt nun der technische Leiter des Gebäudemanagements Michael Ferber.

Und nun ist es an der Stadt Energie und Geld in die energetische Sanierung der Schulen zu stecken. Möglich macht dies das Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Rund 28 Millionen Euro stehen daraus für Aachen bereit, 14,5 Millionen werden in 22 Schulen und 4,3 Millionen in Kindertagesstätten investiert. Rund 70 Prozent davon in diesem Jahr. Außerdem werden in den Sommerferien weitere 2,5 Millionen Euro (davon eine Million für Technik) aus dem Schulreparaturprogramm ausgegeben. Es gibt viel zu tun.

Die Liste der Maßnahmen ist lang. „Wir tun etwas für Bildung in dieser Stadt, das lässt sich schon sehen”, sagt Planungsdezernentin Gisela Nacken bei der Vorstellung der Maßnahmen. Mit Stephanie Mäurer, Georg Ulbrich, Melanie Klähn, Stefan Weis und Wilfried Sterck hat sich ein Team aus Architekten bei der Stadt gefunden, dass die Planung übernahm. Etwa für die Grundschule Karl-Kuck-Straße in Brand, mit rund zwei Millionen Euro die teuerste Maßnahme im Mammutprogramm. Je 1,7 Millionen Euro werden in der Gesamtschule Brand und der Grundschule Driescher Hof verbaut. Mit nachhaltigem Plus. „In Driescher Hof sind 70 bis 80 Prozent Energieeinsparung möglich. Das entlastet die Betriebskostenseite enorm”, sagt Bernd Deil vom städtischen Gebäudemanagement. Dafür sorgen neue Fenster, eine Wärmedämmung der Fassade und eine dezentrale Belüftungsanlage.

Los geht es an den meisten Schulen mit Beginn der Sommerferien. Viele Maßnahmen sollen zum Schulstart sechs Wochen später auch wieder abgeschlossen sein. Reichlich Hausaufgaben für die Baufirmen. Hunderte Aufträge sind laut Michael Ferber vergeben worden. Im Einzelnen profitieren folgende Schulen vom Geld aus dem Konjunkturpaket II: Die Grundschulen Ahornstraße, Birkstraße, Driescher Hof, Grünenthaler Straße, Höfchensweg, die Annaschule, Karl-Kuck-Straße, Marktstraße, Mataréstraße, Michaelsbergstraße, Oberforstbach, Schönforst und Vetschauer Straße, die Hauptschulen Burtscheid und Drimborn, die David-Hansemann-Realschule, das Kaiser-Karls-Gymnasium (unter anderem undichtes Ziegeldach), das Couven-Gymnasium, das Rhein-Maas-Gymnasium und die Förderschule Elsassstraße. Hinzu kommen Dämmungen von oberen Geschossdecken 25 weiteren Schulen und diverse neue Heizkesselanlagen und Gasthermen.

Bauleute werden zudem an sechs Kindertagesstätten Fenster, Dächer, Fassaden sanieren und Gebäude erweitern: Am Höfling, Brunssumstraße, Elsassstraße, Johannstraße, Stolberger Straße und Wiesental. Allein an der Elsassstraße kostet die Maßnahme 665.000 Euro, an der Stolberger Straße 595.000 Euro. In einigen Fällen werden hier Kindergartengruppen ausgelagert. „Wir dürfen die Kinder nicht gefährden”, erklärt Manfred Lennartz, Leiter Hochbautechnisches Gebäudemanagement. Zudem werden an rund 60 Kindertagesstätten Sicherheitsmaßnahmen für die Kleinsten in der U3-Betreuung getroffen, sprich Heizkörperverkleidungen oder Absperrgitter an Treppen. „Das Konjunkturpaket II kam für uns genau zum richtigen Zeitpunkt”, findet Ferber.

Auch weil die Mittel für Schulreparaturen aufgrund des Spardiktats geringer ausfallen. Seit 2003 wurden zwar 30 Millionen investiert, offene Baustellen gibt es aber noch reichlich - vor allem in Sachen Toiletten. Deswegen ist ein Schwerpunkt in den Sommerferien 2010 die WC-Sanierung. Davon profitieren die Grundschulen Barbarastraße, Gerlachstraße, Luisenstraße, Mataréstraße, die Hauptschule Aretzstraße, die Luise-Hensel-Realschule und das Rhein-Maas-Gymnasium. An der Grundschule Düppelstraße wird der Dachstuhl saniert, an der Brander Marktschule der Keller trocken gelegt, am Driescher Hof gibt es eine neue Beleuchtung. Weitere Arbeiten sind an Inda-, Kaiser-Karls- und Geschwister-Scholl-Gymnasium und der Heinrich-Heine-Gesamtschule nötig. „In sechs Wochen wird man schon sehen, was wir leisten”, verspricht Nacken.
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