Stadt schafft mehr Platz für Flüchtlinge

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Was für viele Menschen gilt, die aus fernen Gefilden kommend in Aachen gestrandet sind, das lässt sich längst auch über die städtischen Kapazitäten in Sachen Unterbringung sagen: Sie sind erschöpft.

So könnte man es zynisch formulieren. Denn während die Politik spätestens seit den Umwälzungen in Nordafrika wieder über die Aufnahme weiterer Flüchtlinge debattiert, stehen die Behörden „vor Ort” längst vor der praktischen Herausforderung: Die derzeit sechs Übergangsheime für Asylsuchende in Aachen sind mehr als ausgelastet. Abhilfe muss umgehend geschaffen werden.

Die Verwaltung ist daher entschlossen, den Neubau hinter dem „Kloster zum guten Hirten” an der Süsterfeldstraße wieder herzurichten, um dort mehr Platz für Menschen mit noch nicht geklärtem Aufenthaltsstatus zu schaffen. Bereits vor einigen Jahren waren in dem städtischen Gebäude Flüchtlinge untergebracht. „Wir gehen davon aus, dass schon Ende des Monats die ersten dort einziehen können”, sagt Sandra Knabe, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Soziales und Integration. 10.000 Euro sind für die „Umwidmung” im Etat vorhanden. 30 Asylsuchende können auf 375 Quadratmetern in 16 Räumen vorübergehend logieren.

Die Zeit drängt. Denn zum Stichtag 31. Juli lebten bereits 250 Asylsuchende in den städtischen Herbergen; die sind damit völlig belegt. Das gilt auch für diverse Wohnungen, welche die Stadt notgedrungen gemietet hat. Überdies sollen daher im Laufe des kommenden Jahres zwei weitere städtische Objekte in der Eilendorfer Hansmannstraße saniert werden.

540.000 Euro sind dafür veranschlagt; die Mittel sollen über vorgezogene Haushaltsposten aus dem Etat zum Bau der Turnhalle für die vierte Gesamtschule bereit gestellt werden - eine Formalie, die der Umsetzung des Schulprojekts keinesfalls im Wege stehe, wie Knabe betont.

Im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss haben die Ratsfraktionen den Vorschlag daher bereits einstimmig abgesegnet, am 27. September soll der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie sein Plazet erteilen. In Eilendorf würden somit Wohnungen für weitere 45 Personen bereitgestellt. Vorläufiges Fazit: „Wir gehen davon aus, dass wir in naher Zukunft wieder mehr Flüchtlinge aufnehmen müssen”, bilanziert Sandra Knabe. „Dafür müssen wir gewappnet sein.”
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