Aachen - Stadt sagt dem Lärm auf breiter Front Kampf an

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Stadt sagt dem Lärm auf breiter Front Kampf an

Von: Joachim Rubner
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Sagen dem Krach den Kampf an: Klaus Meiners und Jörg Hahnbück (r.) vom Fachbereich Umwelt stellten die Aktionen zum internationalen „Tag gegen den Lärm” vor. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Lärm und Geräusche beeinflussen das tägliche Leben und sind für die meisten Bürger fast allgegenwärtig. Dies stellt ein gravierendes Probleme dar. „Den Lärm bekämpfen”, heißt daher immer mehr das Ziel.

Am Mittwoch, 29. April, wird daher auch in Aachen der internationale „Tag gegen den Lärm” stattfinden. Unter dem Motto „Horch, was kommt von draußen rein” wird an vielen Orten auf die negativen Folgen einer zu hohen Lärmbelastung aufmerksam gemacht. „Wir haben in Aachen im Vergleich zu anderen Städten schon sehr viel getan”, erklärte Klaus Meiners, Abteilungsleiter Immissionsschutz beim Fachbereich Umwelt und stellvertretender Amtsleiter. „Doch es gibt noch immer viele Problemfelder”, fügt er hinzu.

Zahlreiche Aktionen sind geplant: „In Zusammenarbeit mit den Aachener Hörgeräte-Akustikern, dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sowie der Barmer Ersatzkasse haben zum Beispiel Schüler Gelegenheit, ihr Hörvermögen testen zu lassen”, erklärt Meiners.

Und dies ist dringend notwendig, wie Dr. Gabriele Trost-Brinkhues, Leiterin des jugendärztlichen Dienstes des Gesundheitsamts, betont: „Seit Jahren gibt es Untersuchungen über die Auswirkungen von zu viel Lärm auf Kinder und Jugendliche. Wir werden ein großes Problem bekommen, wenn Jugendliche weiterhin MP-3-Player haben, die locker 90 Dezibel auf das Trommelfell loslassen.”

Schon ab 85 Dezibel sind schwere Hörschäden möglich, falls der Krach lange anhält. Freizeitlärm überholt zudem seit einiger Zeit den Berufslärm. „Wenn nicht bald etwas geschieht, werden die Menschen nicht mehr mit 70 oder 75 Jahren schwerhörig sein, sondern bereits mit 25 oder 30 Jahren”, weiß die Ärztin.

Doch auch innerhalb der Verwaltung hat man seit Jahren das Thema Lärm auf der Tagesordnung. „Wir haben in den vergangenen Jahren genau ermittelt, wo es Problemfelder gibt”, sagt Jörg Hahnbück, der zuständige Ingenieur für Lärmschutz beim Fachbereich Umwelt. Er weiß, dass in Aachen neun Prozent der Bürger durch Lärm in ihrer Wohnumgebung gesundheitlich gefährdet sind. Als durch Lärm in ihrem nächtlichen Schlaf gestört gelten rund 34 Prozent der Aachener, denn sie müssen auch nachts einen Lärmpegel von mehr als 50 dB(A) ertragen, besonders nahe der Autobahnen und an den Hauptverkehrsstraßen.

Der umfangreiche Luftreinhalteplan der Stadt soll daher bald durch einen Lärmminderungsplan ergänzt werden, um auch die Lärmproblematik in den Griff zu bekommen. Vieles ist übrigens schon im Gange: Für die Fahrbahn am Boxgraben, der gerade umgebaut wird, wird ein spezieller lärmmindernder Asphalt verwendet.

Ähnliches gilt für die Viktoriaallee, die im Augenblick noch sehr lautes Kopfsteinpflaster als Fahrbahnbelag hat, oder auch für den dritten Bauabschnitt der Trierer Straße in Brand.

Zahlreiche Aktionen zum internationalen „Tag gegen den Lärm”

Am internationalen „Tag gegen den Lärm” sind Aktionen geplant. Mit einem kostenlosen Hörtest geben die Aachener Hörgeräte-Akustiker am 29. April Aachener Schülern die Gelegenheit, ihr Hörvermögen testen zu lassen. Lehrer können Gruppen oder Schulklassen bei den Fachgeschäften bis Dienstag, 21. April, anmelden. Auch bei der Barmer Ersatzkasse werden Hörtests für Schulklassen angeboten (018500-641231).

Heinz Spelthann vom Fachbereich Umwelt steht für Demonstrationsmessungen von Lärm, zum Beispiel an Schulen, bereit (Terminvereinbarungen unter 432-3666).

Lehrer können auch dauerhaft den Lärm in ihrer Klasse sichtbar machen: Beim Fachbereich Umwelt sind „Lärmampeln” ausleihbar. Mit dieser rot-gelb-grünen Lampe kann die Klasse jederzeit selbst sehen, ob der Geräuschpegel in Ordnung ist oder bereits ein störendes Ausmaß erreicht hat (Ausleihe per E-Mail: umwelt@mail.aachen.de oder unter 432-3615).

Lärmkarten zur Ansicht können vom 20. bis zum 30. April im Fachbereich Umwelt, Reumontstraße 1, eingesehen werden. Die lauten Zonen Aachens sind dort farblich dunkelrot bis blau dargestellt. Zu den lauten Bereichen gehören die großen Ausfallstraßen, der Adalbertsteinweg, Trierer, Wilhelm- und Roermonder Straße, der Alleenring und die Autobahnen. Wer die Lärmkarten sehen will, muss sich unter 432-3662 anmelden. Ebenfalls ist der Fachbereich Umwelt für Anregungen von Bürgern dankbar, die Vorschläge zu Lärmreduzierung haben (432-3664).

Sonstige Informationen zum internationalen „Tag gegen den Lärm” gibt es durch das Umwelttelefon unter 432-3666.
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