Stadt reduziert die Flächen für neue Windräder

Von: Oliver Schmetz
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Energie-Potenzial im Aachener
Energie-Potenzial im Aachener Norden: In der Nähe des heutigen Windparks Vetschau sieht die Verwaltung noch Platz für vier weitere Windkraftanlagen. Foto : Michael Jaspers Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wo werden im Stadtgebiet künftig neue Windräder umweltfreundlich Strom erzeugen oder - je nach Blickwinkel und Betroffenheit des Betrachters - die Landschaft verschandeln? Seit geraumer Zeit beschäftigt diese Frage Verwaltungsfachleute, Gutachter und Politiker und sorgt vor Ort in der Regel für hitzige Debatten und nicht selten für die Gründung neuer Bürgerinitiativen.

Jetzt ist die Stadtverwaltung einen Schritt weiter: In einem sogenannten „gesamträumlichen Planungskonzept”, das der Politik am 14. Februar im Umweltausschuss erstmals präsentiert wird, bleiben nur noch zwei Standorte übrig, die man für neue Windkraftanlagen als geeignet erachtet.

Ganz im Norden, in den Bereichen Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg und Horbacher Straße könnten vier Anlagen entstehen. Und ganz im Süden, im Münsterwald, sieht man Raum für sieben Windräder, die mit 185 Metern deutlich höher als die heutigen werden sollen. Insbesondere dort an der Grenze zu Roetgen, wo sich seit Bekanntwerden der ersten Pläne heftiger Protest in der Nachbargemeinde und bei Naturschützern regte, hat man die Konzentrationsfläche für Windräder nun verkleinert. Laut Stadt ist das Areal von 200 auf 118 Hektar geschrumpft. Zuletzt war man immer davon ausgegangen, im Münsterwald zehn Windräder zu errichten.

Dass die Stadt ihre bisherigen Windenergiepläne abspeckt, liegt daran, dass man alle grundsätzlich in Frage kommenden Standorte noch einmal genau unter die Lupe genommen hat. In den Abwägungsprozess seien die Ergebnisse der Gutachter ebenso eingeflossen wie Eingaben der Bürger und die aktuelle Rechtsprechung zum Thema, sagt Elmar Wiezorek, Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt. Und just im Münsterwald nehme man nun darauf Rücksicht, dass es sich um teils „sehr naturnahe Waldflächen” handele. Ausgeklammert werden deshalb Bereiche mit sehr alten Eichenbeständen und ein Areal mit einem „einzigartigen Eichen- und Birkenbestand”, der „von überregionaler Bedeutung” sei, so Wiezorek. Außerdem verzichte man in Richtung Rott aus Lärmschutzgründen auf weitere Flächen für Windräder.

Andere Standorte sind derweil ganz aus der Planung gefallen. Auf dem Schneeberg werden künftig keine Windräder errichtet. Der Grund: Die Fläche ist problematisch, weil die Anlagen Zugvögel beeinträchtigen würden. Aus Gründen des Artenschutzes bliebe nur ein kleiner Bereich für maximal zwei Räder übrig, auf den man lieber ganz verzichtet. Keine Windanlagen wird es auch im Aachener Wald geben: Die Standorte an der Monschauer Straße, im Augustinerwald und zwischen Entenpfuhl und Köpfchen sind vom Tisch, weil diese Bereiche eine besonders hohe Erholungsfunktion besitzen - die im übrigen nach den Kriterien des Landes höher sei als im Münsterwald, so Wiezorek.

Planungsdezernentin Gisela Nacken rechnet mit einer Inbetriebnahme der ersten Anlagen im kommenden Jahr - wenn die Politik der Verwaltung folgt und die Bezirksregierung die Pläne genehmigt. Möglichen Klagen gegen den Flächennutzungsplan sieht sie gelassen entgegen. Zum einen hätten diese keine aufschiebende Wirkung. „Und wir denken außerdem, dass wir auf der sicheren Seite sind.” Trotz Reduzierung der Flächen dürfte die Windkraft also im Aufwind bleiben. Bislang beziehen rund 18.000 Aachener Strom aus Windenergie. Mit den maximal elf neuen Windrädern kämen rund 50.000 weitere hinzu. Aber dann wäre - jedenfalls nach heutigen Kriterien - Aachens Windkraftpotenzial auch ausgereizt.
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