Stadt investiert ins Schulreparaturprogramm gut 2,5 Millionen Euro

Von: Hans-Peter Leisten
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Schule
Raus mit den alten Fliesen und rein mit neuer Technik inklusive frischer Farben: Architektin Elke Grünefeld und der Teamleiter beim Gebäudemanagement, Stephan Vreydal, stellten am Mittwoch die Sanierungspläne für die Grundschule Am Höfling vor. Die Toilettenräume sind inzwischen über 50 Jahre alt. Foto: Michael Jaspers
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Gesamtschule Brand: Hier werden derzeit Küchen und Fenster saniert, Böden und Beleuchtungskörper ausgetauscht. Foto: Michael Jaspers
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Klaus Schavan: „Wir sind dankbar für die Wertschätzung unserer Arbeit seitens der Politik.“ Foto: Michael Jaspers

Aachen. Auf dem „stillen Örtchen“ ist es derzeit richtig laut. Was aber keineswegs an durchaus natürlichen Vorgängen liegt, sondern an Presslufthämmern, Schaufeln und Schubkarren. Immerhin: Spätestens in den Herbstferien können sich die Kinder der Grundschule Am Höfling aber nicht nur über neueste Technik, sondern auch über eine fröhliches Farbenspiel freuen, wenn sie mal müssen.

Der durchaus wörtlich zu nehmende Mief aus über 50 Jahren wird im Rahmen des aktuellen Schulreparaturprogrammes 2016 vertrieben. Die Ferienzeit bringt traditionell für die Mitarbeiter des städtischen Gebäudemanagements und die von ihnen beauftragten Firmen Arbeit bis über alle Ohren.

„Erhalt der Immobiliensubstanz“

Über 2,5 Millionen Euro werden in den Sommer- und Herbstferien in die Sanierung von WC-Anlagen, Decken, Dächern und Böden, Fenster, Türen, Heizungen und Beleuchtungen gesteckt. Und die Gesamtschule Brand bekommt endlich eine neue Aufzugskabine.

Der Begriff Reparaturprogramm macht im Grunde schon klar, dass es sich um alles andere als Schönheitsmaßnahmen handelt. „Es geht um den Substanzerhalt des Immobilienbestandes unserer Stadt“, unterstrich am Mittwoch Klaus Schavan, der Technische Leiter des Gebäudemanagements, die Bedeutung der Maßnahmen grundsätzlich.

Ein Zahlenvergleich macht dies klar: 2008 wies eine Untersuchung einen Sanierungsstau an den städtischen Schulen von 80 Millionen Euro aus, der jetzt bis auf 45 Prozent aufgearbeitet ist. Eine Verbesserung, die Schavan zu einem ausdrücklichen Kompliment Richtung Politik für die hohe Wertschätzung veranlasste: „Jedes Jahr wird uns ein Budget von zwei bis 2,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das ist im kommunalen Bereich herausragend.“

Auch aus diesem Grund kann der zuständige Teamleiter für die Reparaturen beim Gebäudemanagement, Stephan Vreydal, mit dem aktuellen Stress gut leben. Denn es sei klar, dass laute Abbrucharbeiten nur in den Ferien vorgenommen werden könnten – im Gegensatz zu Putzer- und Malerarbeiten, die auch während des Schulbetriebes möglich seien. Da müsse man auch schon mal etwas höhere Kosten der vielen Gewerke in Kauf nehmen.

In der Tat sorgte alleine der Durchbruch einer neuen Tür für eine beeindruckende Beschallung im gesamten Schulgebäude Am Höfling. Aber hier wird gerade unter Vorzeichen der Inklusion die Basis für die kommenden Jahrzehnte gelegt. „Die Kinder mit Behinderung brauchen ein Pflegebad mit Pflegeliege“, beschrieb Architektin Elke Grünefeld vom ausführenden Architekturbüro Lambertz Neuerungen, die am Höfling beispielhaft ausgeführt werden.

Bei der Farbgestaltung hat sie allerdings Hintergedanken im besten Sinne. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich eine bunte Farbgebung kombiniert mit einer fast fugenlosen Wandgestaltung bestens bewährt: „Angesichts der sehr ansprechenden Gestaltung ist der Vandalismus deutlich zurückgegangen.“

Wirklich fertig wird das Team vom Gebäudemanagement aber nie. Der längere Aufenthalt der Schülerschaft durch die Offene Ganztagsschule führt logischerweise auch zu einer verstärkten Abnutzung. Hinzu kommt, dass genau dieser Umstand auch eine Erhöhung der Schallschutzmaßnahmen notwendig macht. „Und die Neubauten von heute sind in fünf Jahren wieder reparaturbedürftig“, umriss Klaus Schavan die Endlosschleife, in die sich die städtischen Schulsanierer Jahr für Jahr aufs Neue begeben müssen.

Dabei fallen energetische Rundumsanierungen an Dächern, Fenstern und Fassaden angesichts ihrer Dimension nicht in die Kategorie Reparatur. Immerhin: Die meisten Maßnahmen sollen nach den Herbstferien abgeschlossen sein. Dann gehen die Experten erneut auf die Suche nach undichten Außentüren und abgewetzten Böden. Und sicher nach manchem „stillen Örtchen“, wo‘s dann wieder richtig laut wird.

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