Aachen - Stadt gibt Markt nun doch für Autos frei

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Stadt gibt Markt nun doch für Autos frei

Von: Robert Esser
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Fußgängerzone ade: Von der N
Fußgängerzone ade: Von der Neupforte die Pontstraße hinauf fahren ab Mitte April die Autofahrer Richtung Parkhaus. Die Ausfahrt auf der anderen Seite des Blocks von der Mostardstraße über den Markt bis zur Jakobstraße ist bereits beschlossene Sache. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Von wegen „April, April!” Dies wird kein Scherz. Tatsächlich sollen nach fast einem Vierteljahrhundert ab dem kommenden Monat wieder Autos über den Markt rollen.

1990 war der historische Platz für Pkw, Motorradfahrer etc. gesperrt worden; 2012 avanciert das Bodendenkmal zur Rettungsroute für Parkhausbesucher. Klar war bislang nur, dass die Stawag die Mostardstraße vor dem Apag-Parkhaus wegen Kanalbauarbeiten über mindestens sieben Monate komplett abriegelt und die Stadt eine alternative Zu- und Abfahrt einrichten muss.

Erst hatte die Verwaltung für die Ausfahrt an der oberen Mostardstraße die Fußgängerzone Großkölnstraße Richtung Seilgraben auserkoren. Doch anliegende Geschäftsinhaber gingen auf die Barrikaden. Jetzt entschied man sich für die Ausfahrt quer über den Markt Richtung Judengasse und Jakobstraße. Ab Mitte April soll die Blechkarawane von den 438 Stellplätzen Tag und Nacht an Rathaus und Karlsbrunnen vorbeiziehen. Dies hat die Stadt am Freitag bestätigt.

Nun reagieren andere Geschäftsleute stinksauer: „Seitdem die Bushaltestelle auf dem Markt gestrichen wurde, kommen sowieso schon weniger Kunden. Vor allem für Senioren ist der Weg zu beschwerlich”, klagt Gabriele Neumann von der Karls-Apotheke. „Jetzt werden wir vor unserer Türe an der Ecke Pontstraße auch von der Laufkundschaft abgeschnitten, weil Autos kreuzen”, kritisiert sie. Gastronom Matthias Erforth sieht die Entwicklung vor dem „Goldenen Schwan” seit Jahren mit Sorge. Der Markt sei vom Verkehrszufluss getrennt, stellt er fest.

Weil Aachen immer mehr Fußgängerzonen und Langzeitsperrungen im Zentrum - etwa Kleinköln-straße und Büchel - zähle, fehlten Ausweichrouten. „Dass jetzt Autos über dem Markt fahren müssen, ist die logische Konsequenz”, sagt Erforth. Der Verkehr fließt künftig mitten durch seine Außenterrasse, was zuletzt - in entgegengesetzter Richtung - nur Taxis erlaubt war. Und nun? „Was während der Umleitung mit der Taxi-Haltestelle am Markt passiert, ist noch nicht entschieden”, erklärt Stadtpressesprecher Hans Poth.

Unklar ist ebenso, ob zur Fußball-EM vom 8. Juni bis 1. Juli vor dem Rathaus „Public Viewing” für tausende Fans ermöglicht werden kann. Die Stadt erklärt dazu nur grundsätzlich, dass bei Großveranstaltungen auf dem Markt „Pkw, die aus dem Parkhaus kommen, dann über die Großkölnstraße abgeleitet werden”. Einige Einzelhändler befürchten schmerzhafte Einbußen: „Fußgänger werden die befahrene Pontstraße meiden”, glaubt Irene Hofmann (Casa da Vinci). „Aber vielleicht entdecken uns ja Autofahrer, die vor unserem Geschäft im Stau vor dem Parkhaus stehen”, scherzt sie. Spätestens zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes sollen die Baustelle Mostardstraße und damit die Umleitung erledigt sein.

Am 27. März ist eine Bürgerinformation zu den Baumaßnahmen in der Altstadt geplant - voraussichtlich ab 19.30 Uhr im Alten Kurhaus. Dann sollen Betroffene - vor allem Geschäftsleute - ihre Interessen vortragen können. Vier Tage später beginnt der April.
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