Aachen - Stadt fühlt sich von Gates ausgebremst

Stadt fühlt sich von Gates ausgebremst

Von: Thorsten Karbach
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Die Gates-Belegschaft hofft auf die Solidariät der Aachener. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Die Gespräche um einen Sozialplan für rund 350 Mitarbeiter des Automobilzulieferers Gates kamen am Montag doch noch in Fahrt. Nachdem Gespräche vergangene Woche noch vertagt wurden, konnten sich Betriebsrat, Geschäftsführung und Gewerkschaft am Montagabend nach AZ-Informationen auf Eckpunkte für einen Sozialplan einigen.

Der soll ein Volumen von rund 22 Millionen Euro haben, 15 Millionen Euro sind für Abfindungen für die Belegschaft vorgesehen, der Rest soll auch in eine Transfergesellschaft fließen.
Vormittags noch saß der Betriebsrat um Klaus Meyer zusammen und besprach den weiteren Kurs.

Aachens Gates-Co-Chef Gordon Hensley erklärte nachmittags auf Anfrage, er erwarte „unverzüglich signifikante Fortschritte in den Gesprächen” mit dem Betriebsrat. Die wurden dann auch erzielt und in einer Betriebsversammlung vorgestellt - durchaus überraschend, lange war die Situation unübersichtlich.

Das musste auch OB Jürgen Linden zur Kenntnis nehmen. Ein Gesprächstermin wegen des Sozialplans mit der Gates-Geschäftsführung wurde vergangene Woche kurzfristig per Fax abgesagt. „Das habe ich in meiner Zeit als Oberbürgermeister noch nicht erlebt”, erklärte Linden daraufhin.

In einer Mitteilung der Stadt war von einer Absage „eine halbe Stunde vor dem Gespräch” die Rede. Das sorgte bei Gates für Verwunderung. Gordon Hensley erklärte, die Absage sei zwei Stunden vor dem Termin abgeschickt worden, und es habe auch den Versuch gegeben, den OB telefonisch zu verständigen. „Unglücklicherweise waren wir aus unvorhersehbaren operativen Gründen gezwungen, das Treffen abzusagen und wir bedauern das sehr”, sagte Hensley.

Entscheidung in Denver

Bislang hatten OB und Stadt sich von der Geschäftsführung des Automobilzulieferers eher ausgebremst gefühlt. Die Stadt hatte den Kampf des Betriebsrates um die Arbeitsplätze am Eisenbahnweg unterstützt, nach eigenen Angaben „ein wirtschaftlich äußerst wettbewerbsfähiges Angebot zum Neubau einer Produktionshalle” unterbreitet.

Die Entscheidung über die Gates-Zukunft am Eisenbahnweg wurde allerdings nicht in Aachen, sondern in London beziehungsweise Denver - wo die Gates-Zentrale und Sitz der Mutter Tomkins liegen - getroffen.
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