Stadt braucht mehr Quartiere für Flüchtlinge

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Die Zeiten, in denen die Stadt Flüchtlingen aus politischen Krisengebieten nur in diversen Turnhallen Obdach gewähren konnte, sind zum Glück passé. Nun aber müssen neue Anstrengungen unternommen werden, um die Unterbringung von Asylbewerbern zu gewährleisten.

Denn der jüngste Vorstoß, Teile der Benediktinerabtei in Kornelimünster als neues Domizil zu nutzen, ist gescheitert. Wie berichtet, hatten die Pater aus dem Südraum das Vorhaben aus „rechtlichen Gründen” ad acta legen müssen.

Dies könnte nach AZ-Informationen damit zusammenhängen, dass die Benediktiner einen Teil des Klosters vor einiger Zeit an einen Investor veräußert haben, der dort hochwertige Wohnungen schaffen will. Auf Anfrage hatte die Abtei allerdings bereits vor einigen Wochen jeglichen Kommentar über die Hintergründe des Rückzugs abgelehnt.

Familien im Haus für Obdachlose

Fakt ist: Schon jetzt sind die fünf städtischen Übergangsheime für Flüchtlinge und Aussiedler überfüllt. Laut Vorlage der Verwaltung für die jüngste Sitzung des Ratsausschusses für Soziales, Integration und Demographie leben dort momentan 186 Flüchtlinge; konzipiert sind die Kapazitäten in den Objekten in Forst, an der Lombarden- und der Vaalser Straße aber lediglich für bis zu 164 Personen.

So musste eine sechsköpfige Familie, wie die Verwaltung weiter mitteilt, in einer städtischen Wohnung Quartier beziehen, die jedoch längerfristig zum Verkauf anstehe. Zwei weiteren Großfamilien mussten bereits in ein Übergangsheim ausweichen, in dem eigentlich nur Obdachlose Platz finden sollen, vier Menschen logieren notgedrungen in einem Hotel.

„Jetzt müssen schnellstmöglich weitere Objekt, etwa von der Gewoge, angemietet und gegebenenfalls auch Häuser in städtischem Besitz umgebaut werden, um Möglichkeiten zu schaffen”, erklärte die Ausschussvorsitzende, SPD-Ratsfrau Rosa Höller-Radtke, auf Anfrage.

So wurde es in nicht-öffentlicher Sitzung beschlossen - auch in Anbetracht des Umstands, das aufgrund der politischen Unruhen insbesondere in Nordafrika weitere Flüchtlinge auch ins Dreiländereck kommen könnten. So wurde der Verwaltung unter anderem ein Hotel zwecks längerfristiger Übernahme angeboten. Dort könnten bis zu 18 Menschen vorübergehend wohnen, hieß es.

Zudem kämen zwei Mehrfamilienhäuser in städtischem Besitz in Frage, die allerdings mit erheblichem finanziellem Aufwand saniert werden müssten.
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