Aachen - Stabwechsel am Pius-Gymnasium: Brassel folgt auf Els

Stabwechsel am Pius-Gymnasium: Brassel folgt auf Els

Von: Kathrin Albrecht
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Dank für ein engagiertes Direktorenleben: Domkapitular Pfarrer Rolf-Peter Cremer und Thomas Ervens (Bischöfliches Generalvikariat, rechts) überreichten Josef Els (Mitte) die Entpflichtungsurkunde. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mit einem Festakt hat sich das Bischöfliche Pius-Gymnasium von seinem Schulleiter Josef Els verabschiedet. Dieser geht nach 23Jahren in den Ruhestand. 150 Gäste, darunter Schüler, Eltern, Kollegium, Wegbegleiter und Vertreter des Bistums, nahmen die Gelegenheit wahr, Tschüss und vor allem Danke zu sagen.

Thomas Erwens, Leiter der Abteilung Erziehung und Schule in der Hauptabteilung Pastoral/Schule/Bildung des Bischöflichen Generalvikariats, lud die Gäste ein, so kurz vor den Sommerferien einmal über den Satz „Reisen bildet.“ nachzudenken. Dieser Satz habe auch ganz viel mit dem scheidenden Schulleiter zu tun.

Aufgewachsen im Siebengebirge, trat Els seine erste Stelle als Lehrer an einem Bischöflichen Gymnasium in Essen an. 1995 wurde er Schulleiter am Pius-Gymnasium. Nebenbei promovierte er an der Universität Koblenz-Landau.

Mutige und engagierte Art

Els, der seine Wahlheimat in Belgien gefunden hat, ist außerdem Autor von Reiseführern. „Sie sind nie stehengeblieben, sondern weitergegangen“, wandte sich Erwens an Els. Das gelte im Besonderen auch für sein Engagement für Menschen in Not. Seine mutige und engagierte Art habe das Pius-Gymnasium geprägt und verändert.

Das konnten die Schülersprecher Mara Radke und Jorim Soika nur unterstreichen. Sie überbrachten nicht nur stellvertretend für die 1100 Schüler des Pius ihre Grußworte, sondern auch für die vorangegangenen Schülergenerationen. Els sei kein Schulleiter wie alle anderen. Sein freundliches „Hallo“ oder „Guten Morgen“ habe so manchem Schüler den Montagmorgen gerettet. Die Offenheit und Toleranz, die er den Schülern entgegenbringe, habe eine starke Schulgemeinschaft entstehen lassen.

Monika Heusgen-Gatzweiler und Sebastian Mohr aus dem Lehrerkollegium dankten Els für das entgegengebrachte Vertrauen. Der Blick und das Gespür für jeden einzelnen habe auch die Stimmung im Lehrerkollegium geprägt. Als Abschiedsgeschenk überreichten sie Els, dem Autor von Reiseführern, einen selbst verfassten Reiseführer. Als „Hausaufgabe“ trug Sebastian Mohr auf, die Routen nach und nach abzuarbeiten. „Abgefragt“ werde die Aufgabe bei den nächsten Treffen.

Wie ein Ruhestand des Schulleiters aussehen könnte, zeigte der Q1-Literaturkurs mit dem Loriot-Sketch „Feierabend“. Für Musik sorgten der Sextanerchor und die Pius Big Band, der Ulrich Brassel ab dem 1. August auch als Schulleiter den Takt angeben wird.

Zum Schluss trat Josef Els an das Pult. Gottseidank bedeute eine Pensionierung nicht das Ende des Lebens, sondern nur das Ende der beruflichen Tätigkeit. „Ich habe es immer als Privileg empfunden, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten“, sagte Els. Dabei habe er als Mittelschüler die Schule zunächst als Ort von Zwang und Enge empfunden.

Erst Ende der 1960er Jahre brachen die alten Strukturen auf, wurde die Würde des Schülers geachtet, wurden auch kritische Fragen und eigenes Denken zugelassen und gefördert. In dieser Zeit entdeckte er, dass „Schule auch Räume öffnen und das Leben reicher machen kann“. Das müsse Schule auch in Zukunft bleiben. Es gehe zuerst darum, Persönlichkeiten zu bilden auf der Grundlage von Solidarität und Freiheit. Dann erst gehe es um die Vermittlung von Kompetenzen.

Mit der „Zeugnisvergabe“, der Entpflichtungsurkunde für Josef Els und der Beauftragungsurkunde für Ulrich Brassel, beendete Domkapitular Rolf-Peter Cremer den Festakt.

 

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