Aachen - Stabile Leitplanke verhindert die Katastrophe

Stabile Leitplanke verhindert die Katastrophe

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:
Hubbühne
Die Retter mussten selbst gerettet werden: Die mobile Hubrettungsbühne - das ist der moderne Ausdruck für Drehleitern - kippte in der Kurve um und schlidderte in Richtung Böschung. Die Leitplanke verhinderte den Absturz. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wer bislang Zweifel hatte, wie stabil eigentlich die Leitplanken an unseren Straßen sind, dem dürfte jener schwere Unfall am Montag auf Melaten beweisen: Sie sind enorm stabil. Denn einzig einer Leitplanke ist es zu verdanken, dass es bei diesem Unfall nicht zu einer Katastrophe kam.

Hätte diese Leitplanke nicht standgehalten, wäre eine 18 Tonnen schwere Hubrettungsbühne der Feuerwehr rund sieben Meter in die Tiefe und mitten auf die Fahrbahn des Toledorings gestürzt.

Es war kurz vor 14 Uhr, als das Fahrzeug und seine Besatzung - stationiert in der Wache Nord der Aachener Feuerwehr - alarmiert wurden. Die Crew sollte Kollegen bei einem Einsatz nicht weit entfernt unterstützen, die mit dem Löschen einer brennenden Gartenlaube beschäftigt waren. Von der Wache aus fuhr das moderne Fahrzeug in den Zubringer zum Außenring, als es zum fatalen Unglück kam.

Die Hubrettungsbühne - die moderne Version der „Drehleiter” - hob ab und stürzte auf die Seite. Mit voller Wucht schlug das Gefährt in besagte Leitplanke ein. Und die Leitplanke hielt. Direkt dahinter geht es einen steilen Abhang hinunter zum Ring.

Drei Feuerwehrleute saßen im Fahrerhaus des Wagens. Einer konnte sich selbst befreien, die beiden anderen saßen fest. Feuerwehrkollegen eilten herbei. Die Frontscheibe der Rettungsbühne wurde herausgebrochen, um den Rest der Mannschaft zu befreien.

Alle drei Feuerwehrleute standen unter Schock, einer erlitt einen Armbruch, alle wurden ins Krankenhaus gebracht. Lebensgefährliche Verletzungen hatte zum Glück niemand erlitten. Da atmete auch Einsatzleiter Hans-Georg Schümmer hörbar durch: „Wenn die Leitplanke nicht gehalten hätte, hätte das ganz anders ausgehen können”, blickte er auf das zwar verbogene, aber nicht gebrochene Metall.

In üblem Zustand präsentierte sich hingegen die auf der Seite liegende Hubrettungsbühne, die möglicherweise ein Fall für den Schrottplatz ist. Wäre das der Fall, müsste die Feuerwehr den Schaden mit 750.000 Euro beziffern. So viel kostet dieses moderne Einsatzgerät.

Ob eine Reparatur möglich ist, konnte am Unglücksort nicht geklärt werden. Ebenso war die Unfallursache zunächst unklar. Überhöhte Geschwindigkeit in der Kurve oder ein Fahrfehler kommen ebenso in Betracht wie ein technischer Defekt am Fahrzeug. Um dies zu klären, nahm ein Gutachter vor Ort die Untersuchungen auf.

Die Zufahrt zum Ring war einige Stunden gesperrt. Die Hubrettungsbühne musste mit einem Großkran geborgen und dann auf einen Sattelschlepper gehievt werden. Fahrbereit war das vordem gute Stück nicht mehr.
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