St. Ursula: Neue Stiftung soll Zukunft der Schule sichern

Von: Stefan Herrmann
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Aachen. Kurz vor Jahresfrist gab die Bezirksregierung endgültig grünes Licht – und sorgte so für erleichtertes Aufatmen an Aachens einzigem Mädchengymnasium St. Ursula. Zum 1. Januar hat die Schule einen neuen Träger bekommen, der sich gestern offiziell vorstellte.

„So können wir die Zukunft unserer Schule sicher gestalten“, teilte Schulleiter Patrick Biemans zufrieden mit. Denn diese wäre auf Dauer gefährdet gewesen. Die Schule lag bisher in Trägerschaft der Ursulinen vom Calvarienberg-Ahrweiler. Doch der Orden stirbt langsam aber sicher aus. Und somit wäre auch das Aachener Gymnasium in einigen Jahren womöglich in eine bedrohliche Situation geraten.

Die Gründung der neuen Schulstiftung St. Ursula Aachen nannte Rechtsanwalt und Kuratoriumsmitglied Dr. Edgar Stein gestern einen „mutigen Schritt“ und ein „Projekt mit Pilotcharakter“. Denn bei nahezu allen Ordensgemeinschaften in Deutschland handelt es sich um aussterbende Gebilde. Nachwuchs in Form von Novizen gibt es so gut wie nicht mehr. „Diese Schwierigkeit hat auch uns getroffen“, bedauert Generaloberin Sr. Maria Monheim.

Die Ursulinen vom Calvarienberg-Ahrweiler zählen derzeit noch 43 Mitglieder. In Aachen ist es knapp zehn Jahre her, dass die letzte Schwester an St. Ursula unterrichtete. Viele Orden in Deutschland halten Trägerschaften bei Krankenhäusern oder – wie im Falle St. Ursula – bei Schulen. In Aachen wollte man früh die Weichen stellen, um den Standort zu sichern. „Das ist uns gelungen“, so die Anwalt Stein.

Aktuell 630 Schülerinnen

Bei der nun gegründeten Schulstiftung handelt es sich um keine Förder-, sondern um eine sogenannte Sachstiftung. Das bedeutet: Grundstück und Immobilie sind in an die Stiftung übergangen. Am Leitbild der Schule, unterstrichen alle Beteiligten, soll durch den Trägerwechsel nicht gerüttelt werden. St. Ursula schreibt sich weiterhin die Mädchenbildung auf die Fahne – eine Aufgabe, die die Bildungseinrichtung unter Federführung der Ursulinenschwestern mit wenigen Unterbrechungen seit 1848 in Aachen erfüllt.

Aktuell werden am Bergdriesch 630 Schülerinnen unterrichtet. „Wir sind eine Mädchenschule, und das bleiben wir auch“, betonte Biemans, der im Sommer 2013 die Schulleitung von Josefine Marsden übernommen hat. Beide sitzen nun zusammen im Stiftungsvorstand.

Den aufwendigen und in der Form einmaligen Trägerwechsel habe man in enger Zusammenarbeit mit dem Generalvikariat des Bistums, der Stadt Aachen und der Bezirksregierung vollzogen. Auf den laufenden Schulbetrieb hat der Trägerwechsel keinen Einfluss, sagte Wirtschaftsfachmann Benedict Borggreve. Denn bei der Finanzierung des Schuletats kommt das Geld von öffentlicher Seite: 94 Prozent schießt das Land, 6 Prozent die Stadt Aachen hinzu.

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