St. Leonhard wird Ganztagsschule

Von: Thorsten Karbach
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Baustelle statt Klassenräume: Die Schüler des St.-Leonhard-Gymnasiums gestalten mit dem Verein Stadtoasen ihren Schulhof neu. Der gewinnt an der zukünftigen Ganztagsschule an Bedeutung. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Vor ein paar Jahren hat Günter Dick über Nacht Rollrasen auf dem Schulhof verlegen lassen. Als die Schüler morgens zu ihrer Schule kamen, mussten sie zweimal hinschauen. Manche auch dreimal. Den Schulhof am St.-Leonhard-Gymnasium hätten sie sonst nicht wiedererkannt.

Rollrasen und Sand verschwanden wieder, der Schulhof wurde wieder das, was er immer war. „Ein hässlicher, abstoßender Hof. Er war Schrott”, sagt Schulleiter Dick.

Sarina fährt Bagger

Dick formuliert in der Vergangenheitsform, denn draußen sind seine Schüler unterwegs. Mit dem Verein Stadtoasen gestalten sie den Hof neu -Ênicht nur für einen Tag. Sarina Hertel sitzt auf dem Bagger, Mitschülerinnen schleppen Eimer mit Erde. Klettergerüste, Sitzecken und geschwungene Bänke entstehen - alles haben die Schüler mit den „Stadtoasen” entworfen.

Die Arbeiten auf dem Schulhof des Gymnasiums sind Teil des Projektes „SchulenBauenPartnerschaften” der Euregionale 2008. Finanziert wird es unter anderem vom Landesbauministerium. Die Schüler investieren Zeit und Schweiß in den Umbau. „Es ist positiv, wenn sich Schüler für ihre Schule Schwielen an den Fingern holen”, sagt Dick.

Die Umgestaltung des Hofes ist ein Signal für die Zukunft. Die ist mit dem Titel „Ganztag” versehen. Zum Schuljahr 2010/2011 wird das St. Leonhard gebundenes Ganztagsgymnasium (verpflichtende Nachmittage) - das zweite in Aachen, nachdem zum neuen Schuljahr das Geschwister-Scholl-Gymnasium startet. „Wir müssen einen Lern- und Lebensraum schaffen, in dem sich die Schüler wohl fühlen”, sagt Dick. Die Schüler helfen tatkräftig mit. Baustelle statt Mathematik, Presslufthammer statt Satz des Pythagoras.

Pädagogisch werden gerade die Weichen für den Ganztag gestellt -Êmit den Eltern. Die will die Schule in die Planung einbinden, denn die jüngsten Anmeldezahlen waren enttäuschend. Nur 71 hatten sich für St. Leonhard entschieden. Im Vorjahr waren es 115. „Die Eltern sind durch den Ganztag verunsichert”, so Dick.

Verunsichert ist aber auch der Schulleiter, wenn es um den Ausbau der Schule geht. Denn für den gebundenen Ganztag sind weitere Räume erforderlich, vor allem Küche und Mensa, aber auch eine Sporthalle oder ein Gymnastikraum. Die Schule hatte - wir berichteten - der Stadt große Pläne vorgestellt, doch die wurden politisch abgelehnt. Sie waren zu groß und teuer, und SPD und Grüne wollten nicht den Euregiopark auf dem „Brotschneider”-Parkplatz opfern.

Dort wird es wohl einen kleineren Zusatzbau für die Schule geben - mit Mensa, ohne Turnhalle. Der Schulleiter hält aber an seinen Plänen fest. Die Ideen der Verwaltung seien bislang nicht befriedigend. Aus seinem Büro sieht Dick, wie die Schüler weiter den Hof gestalten. In einer Ecke entsteht eine Bank mit Mosaiken im Stil von Antonio Gaudi. Heute enden die Arbeiten der Schüler. In den Osterferien leisten Firmen den letzten Schliff. Der Schulhof ist bereit für den Ganztag.
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