Aachen - St.-Leonhard-Gymnasium: Grundstein für den Kirchenspiegel liegt

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St.-Leonhard-Gymnasium: Grundstein für den Kirchenspiegel liegt

Von: Thorsten Karbach
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Der Parkplatz wird bebaut: An der Prinzenhofstraße entsteht der Erweiterungsbau mit Mensa für das Gymnasium St. Leonhard (links). Der Straßenverlauf wird dafür auf die rechte Seite verlegt. In einem Jahr soll das Bauwerk mit spiegelnder Fassade fertig sein. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Mittags hat Stefan Menzel Hühnerfrikassee mit Reis gegessen, doch auch der Nachmittag war so ganz nach seinem Geschmack. Denn auf der Mensabaustelle vor seiner Schule geht es ab sofort um die sprichwörtliche Wurst. Am Donnerstag ist der Grundstein für den Erweiterungsbau des Gymnasiums St. Leonhard an der Prinzenhofstraße gelegt worden.

Schulleiter Menzel spricht von einem wundervollen Tag. Denn seine Schule braucht die Mensa. Das Gymnasium hat sich für den Ganztagsunterricht entschieden, die Schüler müssen mittags speisen können.

Bislang führt ihr Weg deswegen zum Sozialwerk Aachener Christen in die Rosfabrik. In einem Jahr soll die neue Mensa eröffnet werden, dann wird dort oder an beiden Theken durch das Sozialwerk Essen ausgegeben. „Wir könnten uns vorstellen, die Kleineren in der Rosfabrik und die Größeren in der neuen Mensa zu versorgen. Erfahrungen sagen, dass die Großen eine Mensa nicht so gut annehmen, wenn sie dort mit den Kleinen zusammensitzen müssen”, erzählt Menzel.

Doch zunächst ist die Neugier aller Schüler groß, die bei der Grundsteinlegung buchstäblich als Zaungäste an der Baugrube stehen. 4,5 Millionen Euro werden in die Erweiterung der Schule nach den Plänen des Aachener Büros „pbs Architekten” investiert.

Neben der Mensa entstehen, Spiel-, Musik- und Aufenthaltsräume sowie naturwissenschaftliche Fachräume für das Fach Physik. „Hier wird Bedarf optimal erfüllt, wir rücken das Thema Bildung in besonders hoher Qualität in den Mittelpunkt”, erklärt Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Grundsteinlegung.

Für die „hohe Qualität” ist Architekt Reinhard Gerlach verantwortlich. Der geschäftsführende Gesellschafter von „pbs Architekten” schaute in die Baugrube, nimmt die Bagger in den Blick und füllt das lehmige Loch mit seinen Ideen.

„Der Entwurf wurde aus einer städtebaulichen Idee heraus entwickelt”, erläutert er. Das Gebäude werde die Brache - allzu lange blieb an Ort und Stelle der Brot-Schneider-Parkplatz unbebaut - ganz neu beleben. Und die benachbarte Architektur inszenieren. Denn die Fassade wird von einem etwa neun Meter hohen und 24 Meter breiten Spiegel dominiert, der die gegenüberliegende Kirche St. Michael abbilden wird. „So wird die Kirche überhaupt erst ins Blickfeld der Bürger gerückt”, sagt Gerlach, schaut hinüber zum Portal und dann wieder zu den Baufahrzeugen. „Zwei Drittel der Arbeit liegen nun hinter dem Architekten.

Spannend ist nun zu sehen, wie das Gebäude wächst.” Das ist es auch für Stefan Menzel und seine Schüler. Eine Zinkrolle mit einem Lineal, einem Deutsch-Französisch-Wörterbuch, einer Tageszeitung, Kleingeld und einem Stück Kreide versenkt er mit dem OB im Grundstein. Seine Schüler klatschen. Diese kleine Inszenierung gehört zu einer solchen offiziellen Grundsteinlegung.

Was bleibt, ist das gute Gefühl, dass die Mensa nun gebaut wird - mit textilbewährtem Beton aus RWTH-Forschung, barrierefrei und nahezu nach Passivhausstandard. Da kann Menzel auch Lärm und Schmutz verkraften, der sich nun zwangsläufig vor der Schule bilden wird. „Geräuschlos gibt es so einen Neubau eben nicht”, sagt der Schulleiter. Nur ein Problem bringt ihm die Baustelle. er muss sich künftig entscheiden, wo er mittags essen geht. Fest zementiert: Der Grundstein erinnert an die gute alte „Kreidezeit”

Bei den Grabungen vor Baubeginn hat Stadtarchäologe Andreas Schaub unter anderem ein römisches Spielzeugpferd und ein mittelalterliches Skelett entdeckt. Nun wurde im Grundstein eine Zinkrolle unter anderem mit Tafelkreide, einem Wörterbuch, Kleingeld und einem Lineal für die „Archäologen der Zukunft” von Baudezernentin Gisela Nacken (von links), Oberbürgermeister Marcel Philipp, Schuldezernent Wolfgang Rombey und St.-Leonhard-Schulleiter Stefan Menzel versenkt.
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