Aachen - Spurensuche nach dem Öcher Protestantismus

Spurensuche nach dem Öcher Protestantismus

Von: Paula Schönfelder
Letzte Aktualisierung:
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Neuer Flyer über Schauplätze der Reformation: Julia Samp (Centre), Prof. Dr. Frank Pohle und Studentin Katharina Isabel Franke (rechts) stellten die neue Info-Schrift vor. Foto: Heike Lachmann.

Aachen. Wenn der Aachener bei einem seiner Spaziergänge durch die Innenstadt an der zum Dom gewandten Fassade einer Traditionsbäckerei vorbeischlendert, ist den wenigsten dabei die Darstellung der Justitia bewusst, welche mit Richtschwert und Waage schon seit Jahrhunderten einen Schauplatz der Reformation in Aachen markiert. Professor Dr. Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne, und zwei seiner Studentinnen möchten dies durch einen neuen Flyer ändern.

Dass Aachen nicht immer rein katholisch war, ist weniger bekannt. Mit dem eigens dafür entwickelten Flyer können interessierte Aachener und auch Touristen selbst auf eine etwa 45-minütige Spurensuche durch die Innenstadt gehen, und dabei wissenswertes über Orte der Reformation erfahren. „Wir möchten dazu anregen, sich selbst mit der Geschichte Aachens zu befassen“, erklärt Professor Pohle die Idee.

Oft verborgen, aber mit dem richtigen Hintergrundwissen nicht zu übersehen, erzählen Karlsbrunnen, Annakirche und Rathaus als drei von zehn Stationen oft überraschende Geschichten. So zum Beispiel auch das Hospital Klein-St. Jakob an der Ecke Kleinmarschierstraße, welches ursprünglich protestantisch war und als Friedhof für die Verstorbenen galt. 1598 jedoch übernahmen die Katholiken den historischen Ort und siedelten ein Kloster an.

„Mir war selbst gar nicht bewusst, wie viel der Geschichte der Reformation in Aachen zu finden ist. Dabei muss man vor allem auf die Kleinigkeiten achten“, erzählt Katharina Isabel Franke. Sie und ihre Kommilitonin Ann-Franziska Heinen entwickelten zusammen den Rundgang und den Flyer.

Seit Anfang Juni läuft nun gleichzeitig die Ausstellung „Das Ringen um den rechten Glauben“ im Centre Charlemagne. Auch hier wird sich ausführlich mit den Gewalterfahrungen der Reformation beschäftigt. „Zu dem Thema haben wir vor allem viele Texte und auch Bücher“, erzählt Professor Pohle, der zudem der Kurator der Ausstellung ist.

Jetzt, nachdem die Halbzeit der Ausstellung überschritten sei, könne man neue Seiten aufschlagen. „Wir blättern einige Seiten der Bücher um und bieten so eine neue Ansicht“, beschreibt Professor Pohle.

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