„Spurensuche“: Jüdische Ausstellung im VHS-Forum

Von: Svenja Pesch
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Dokumente rund ums Leben jüdischer Künstler in Aachen: Motive der alten Synagoge sind bei der Schau im VHS-Forum ebenso zu sehen wie Porträts bedeutender Persönlichkeiten. Foto: Andreas Schmitter
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Dokumente rund ums Leben jüdischer Künstler in Aachen: Motive der alten Synagoge sind bei der Schau im VHS-Forum ebenso zu sehen wie Porträts bedeutender Persönlichkeiten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Sie waren Persönlichkeiten, die die Stadtgeschichte und das kulturelle Leben Aachens geprägt haben. Die Rede ist von jüdischen Kulturschaffenden, ohne die manch eine feste Institution in der Kaiserstadt nicht das wäre, was sie heute ist. Klaus Schulte und Peter Sardoc eröffnen pünktlich zum „Internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust“ ihre Ausstellung „Spurensuche – jüdische Persönlichkeiten im Aachener Theater- und Kulturleben“ in der Volkshochschule.

„In unserer Stadtgeschichte lässt sich jüdisches Leben schon seit karolingischer Zeit nachweisen, allerdings galten die Gemeindemitglieder lange als Bürger zweiter Klasse und erlangten erst im 19. Jahrhundert volle Gleichstellung“, erzählt Klaus Schulte. Mit dem aufkommenden Kur- und Badewesen im 18. Jahrhundert und der damit verbundenen Gründung eines eigenständigen Theater- und Musiklebens kamen nach und nach immer mehr bedeutende jüdische Persönlichkeiten in die Kaiserstadt.

Neben Ärzten, Lehrern oder Gewerbetreibenden fanden sich schon bald führende Juden im Kulturleben der Stadt wieder. „Wir dokumentieren das Leben vieler jüdischer Kulturschaffenden von den frühen 1820ern bis in die 1930er Jahre. Wichtig ist, dass keiner der hier gezeigten Menschen Verfolgter war. Überhaupt rücken wir die Nazi-Zeit nicht in den Fokus unserer Ausstellung“, ergänzt Peter Sardoc.

Festzuhalten ist allerdings, dass die positive Entwicklung innerhalb der Kultur durch den Nationalsozialismus ab 1933 unterbrochen wurde. Ausgrenzung, Diskriminierung und letztlich sogar die totale Vernichtung jüdischen Lebens waren die tragischen Konsequenzen. Umso wichtiger ist es Schulte und Sardoc, dass diejenigen, die die Stadt bereichert haben, nicht in Vergessenheit geraten.

So wie beispielsweise Felix Mendelssohn-Bartholdy. Der berühmte Komponist lebte von 1809 bis 1847 und gilt als einer der ganz Großen der deutschen Musikgeschichte. Der Sohn einer angesehenen jüdischen Bankiersfamilie stattete Aachen ein Jahr vor seinem Tod einen Besuch ab und feierte hier im Rahmen des 28. Niederrheinischen Musikfestes einen außergewöhnlichen Erfolg mit den Dirigaten von Händels „Alexanderfest“, dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Hayden und der „Sinfonie in C-Moll“ von Beethoven.

Mit Leo Blech wird sogar an einen echten „Öcher Jong“ erinnert. 1871 in Aachen geboren, fühlte sich der langjährige Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper stets mit seiner Heimat verbunden und reiste für diverse Dirigentengastspiele immer wieder nach Aachen.

Die Ausstellung „Spurensuche – jüdische Persönlichkeiten im Aachener Kultur- und Theaterleben“ kann bis zum 3. März im Forum der Volkshochschule, Peterstraße 21-25, besucht werden.

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