Aachen - Sprung ins Schwimmerleben: Challenge für Fünftklässler

Sprung ins Schwimmerleben: Challenge für Fünftklässler

Von: Lilian Killmeyer
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Schwimm-Challenge der Viktoriaschule in der Osthalle: Dieses Schild soll möglichst bald keine Rolle mehr spielen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ob ein sommerlicher Ausflug mit Freunden ins Freibad, die Klassenfahrt ans Meer oder einfach nur der Schwimmunterricht in der Schule – schwimmen zu können ist elementar. Aus diesem Grund ist im NRW-Lehrplan festgesetzt, dass jedes Kind am Ende seiner Grundschulzeit schwimmen kann.

Doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt ein ernüchterndes Ergebnis: Rund 60 Prozent der Zehnjährigen im gesamten Bundesgebiet können kaum oder gar nicht schwimmen.

Diese Tendenz bemerkt auch Krenne Aymans, Sportlehrer an der Viktoriaschule: „Wir haben immer mehr Kinder, die nicht schwimmen können oder zumindest nicht so, dass sie am Schwimmunterricht teilnehmen können.“ Darauf müsse man dringend reagieren, denn beim Schwimmunterricht mit einer Gruppe von 30 Schülern und nur einem Sportlehrer könne nicht ausreichend auf diejenigen eingegangen werden, die noch Schwierigkeiten hätten. Diese müssten dann den Unterricht von der Bank aus verfolgen.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat das Gymnasium eine „Schwimm-Challenge“ ins Leben gerufen. Nach längerer Vorbereitungszeit fand sie dieses Jahr zum ersten Mal statt, soll aber nun regelmäßig am Anfang jedes Schuljahres folgen. Das Ziel ist, bereits vor Beginn des Schuljahres festzustellen, wer schwimmen kann. Dafür werden alle Fünftklässler hauptsächlich in den Disziplinen des Bronze-Abzeichens – also 200 Meter Schwimmen, zwei Meter Tieftauchen und ein Startsprung – von ausgebildeten Sportlehrern getestet, um anschließend die Schüler herauszupicken, die noch nicht am Schwimmunterricht teilnehmen zu können.

Deren Eltern werden Fördermöglichkeiten hingewiesen. „Die Eltern müssen sich gewissenhaft darum kümmern, dass ihre Kinder sicher schwimmen können, denn viele schaffen das nicht während des Schwimmunterrichts in der Grundschule“, betont Aymans. So sei es umso wichtiger, ihnen Informationen zu günstigen (Ferien-)Schwimmkursen an die Hand zu geben.

„Das Freizeitverhalten der Kinder hat sich grundsätzlich stark verändert: Sie sind weniger draußen und bewegen sich dementsprechend auch weniger, insbesondere, wenn man in der Stadt wohnt“, bemerkt Aymans. „Der Weg an den Schreibtisch, an dem der PC steht, ist einfach kürzer als der nach draußen.“ Das werde auch im Sportunterricht unmissverständlich deutlich: „Wenn man keinen Ball fangen kann, was heutzutage für viele bereits ein großes Problem darstellt, ist das nicht so schlimm. Wenn man allerdings nicht schwimmen kann, ist das fürs Leben langfristig schon tragisch.“

Schwimmhelfer heranziehen

Deswegen engagiert er sich stark für die Förderung. Auch einen DLRG-Rettungsausbildungsschein hat er hierfür absolviert und hilft so seinen Schülern in der 10. Klasse dabei, dass auch sie die DLRG-Rettungsausbildung bestehen. Wer dann noch immer nicht sicher schwimmen kann, muss seine Zeit auf der Bank am Beckenrand verbringen und erhält eine schlechte Note.

Ein weiterer Vorteil dieser Aktion ist es, dass die Schule so Schwimmhelfer heranzieht, die wiederum bei der Förderung der jüngeren Schüler helfen. Im letzten Schuljahr konnte so zwei Nicht-Schwimmern das Schwimmen beigebracht werden.

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