Aachen - Springkraut bringt Kritiker auf die Palme

Springkraut bringt Kritiker auf die Palme

Von: Katrin Fuhrmann
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Schön anzuschauen, aber schädlich für die heimische Flora: Das sogenannte indische Springkraut sorgt für handfesten Krach zwischen einem Landwirt, der die Pflanze an seinem Hof angesiedelt hat, und einem Umweltschützer. Die Stadt sieht unterdessen keinen Handlungsbedarf. Foto: imago/Manfred Ruckszio

Aachen. Für Landwirt Dietmar Veith ist das indische Springkraut, das auf seinem Hof am Hasselholz im Südwesten von Aachen wächst, eine Bereicherung. Er mag die Farbe und die Blüten dieser Pflanze. Außerdem tut er seinen Bienen und den heimischen Hummeln damit etwas Gutes, denn für die Tiere ist das Kraut eine gute Nahrungsquelle, sagt er. Deswegen unternimmt er auch nichts gegen das wachsende Kraut.

Doch die Meinungen gehen offenbar auseinander. Für Naturschützer Volker Dohm, Initiator der Springkrautbekämpfung, ist das Kraut alles andere als schön und nützlich: Wann immer er kann, reißt er die Pflanzen aus. „Das Springkraut verdrängt und vernichtet die heimischen Pflanzen, und zwar sehr schnell“, sagt Dohm. Am Hasselholz bestehe zudem konkret die Gefahr, dass sich das Kraut in das umliegende Biotop am Johannisbach, einem Nebenbach der Wurm, ausbreite.

Ab Ende August werde die Pflanze reifen, spätestens dann sei nicht auszuschließen, dass Fahrzeuge, Fußgänger oder auch Pferde die Ausbreitung begünstigten. Denn die Samen der Pflanzen können, so Dohm, bis zu sieben Meter weit fliegen und sich so schnell verbreiten.

Veith findet die Aufregung darüber übertrieben. Schließlich habe er in der Nähe des Baches noch kein Springkraut entdeckt. „Das Springkraut, das in unmittelbarer Nähe zu meinem Hof wächst, schadet niemandem“, sagt er und ergänzt: „Wenn ich in der Nähe des Bachs unterwegs bin und dort das Kraut entdecke, rupfe ich es auch heraus.“

Dohm sieht in Veiths Handeln eine Ordnungswidrigkeit und fordert die Stadt Aachen auf, aktiv zu werden. „Dem Eigentümer wurde von der zuständigen Behörde keine Genehmigung zum Ausbringen von Springkrautsamen erteilt. Wegen der kurz bevorstehenden Samenreife müssen die Springkrautbestände am Gut Hasselholz umgehend entfernt werden“, sagt er und bezieht sich dabei auf das Naturschutzgesetz.

Die Stadt Aachen sieht aber derzeit keinen Handlungsbedarf. „Das Springkraut wird im privaten Bereich angebaut und dient als Nutzpflanze für Bienen. Wir sehen also keinen Grund, aktiv zu werden“, sagt Rita Klösges vom städtischen Presseamt. Man sei aber in Kontakt sowohl mit dem Inhaber des Hofes als auch mit dem Nabu.

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