Aachen - Springender Professor ohne Anspruch auf Winterdienst

Springender Professor ohne Anspruch auf Winterdienst

Von: tka
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Aachen. Als springender Professor hat Carl Witt wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Vor Gericht hat er nun erst einmal gegen die Stadt Aachen verloren.

Witt hatte von der Stadt 630 Euro gefordert – als sogenannten Aufwendungsersatz für den Winterdienst 2009/2010, den er vor seiner Haustür leistete, obwohl sich im Zuge eines langjährigen Streites mit der Stadt – da noch abseits der Gerichtsbank – herausgestellt hatte, dass er kein Anlieger des Preusweges sondern ein sogenannter Hinterlieger. Und die müssen eigentlich keinen Winterdienst leisten. Witt hatte trotzdem fleißig Schnee geschaufelt.

Einen solchen Anspruch sieht das Amtsgericht Aachen in seinem jüngsten Urteil nicht – und zwar aus Rechtsgründen, die in Paragraf 1813, Absatz 3 des Bundesgesetzbuches niedergeschrieben sind. Demnach würden Witt nur einen Aufwendungsersatz oder Vergütungsanspruch geltend machen können, wenn er quasi hauptberuflich Schnee räumen würde. Konkret heißt es in den Entscheidungsgründen für das Urteil: „Da die von dem Kläger nach seinem Vortrag im Zusammenhang mit der Winterwartung vorgenommenen Tätigkeiten (gleichfalls) unstreitig nicht zu seiner beruflichen oder gewerblichen Tätigkeiten zählen, scheidet ein Anspruch folglich aus.“ Witt ist Maschinenbauprofessor.

Nachvollziehen kann er die Entscheidung des Amtsgerichtes aufgrund des angeführten Paragrafen, verärgert ist Carl Witt dennoch – weil der Ärger über den nun fast 30 Jahre währenden Konflikt am Preusweg weiter im Raum steht. Daran endet auch Justizias Urteil nicht. Noch immer herrscht keine Einigkeit über jenen schmalen Streifen in städtischem Besitz, den Professor Witt bei jedem Gang aus der Haustür kreuzen muss. Über den ist Witt einst vor laufenden Kameras gesprungen oder über Balken balanciert. Das muss der Professor heute nicht mehr. Vor Ärger könnte er aber weiterhin an die Decke gehen.

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