Aachen - Sprengungen und schwerer Bagger zerlegen Bunker

Sprengungen und schwerer Bagger zerlegen Bunker

Von: Kathrin Albrecht
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Der Bunker an der Sandkaulstraße wird in wenigen Tagen abgerissen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Erst passierte wenig, jetzt wird es innerhalb der nächsten vierzehn Tage ernst: An der Sandkaulstraße rückt schweres Gerät an. Ein 90-Tonnen-Bagger wird – nach ersten hydraulischen Sprengungen – dem alten Bunker zu Leibe rücken und ihn dem Erdboden gleichmachen. An diese Stelle kommt bekanntlich ein neues Hotel.

Das Thema ist indes nicht neu. Seit Jahren laufen die Planungen, ein erster Anlauf scheiterte einst unter einem anderen Investor. Jetzt aber hat der Rat den Bebauungsplan beschlossen. Auch die Genehmigung zum Abriss des Bunkers ist inzwischen erteilt. Zeit also für eine Bürgerinformation. Anwohner waren einst Sturm gelaufen gegen die ersten Pläne, bei denen auch der benachbarte Park wegfallen sollte. Eingeladen hatten jetzt Investor Herbert Pontzen (HPG Projektgesellschaft), die Gangelter Baufirma Schlun, die die Bauarbeiten betreut, Architekt Manfred Hammers und die Firma Laarakers, die die Abrissarbeiten organisieren wird – vertreten durch Hein van de Wouw. An der Informationsveranstaltung nahmen auch Joachim Schulz, Harald Kriesel und Jürgen Drautmann von der Stadt teil.

Straßenbreite wird reduziert

Van de Wouw kam auch gleich zur Sache: Bereits Donnerstag werden Bauzäune aufgestellt und eine neue Verkehrsführung vorbereitet. Entlang des Bunkers wird die Fahrbahn auf einer Länge von etwa 50 Metern von neun Meter auf sechs Meter Breite reduziert. Hier entfallen auch die Parkplätze während der Abbrucharbeiten. Die Umfahrt vor den Häusern Sandkaulstraße 4-10 wird gesperrt, ab dem 15. Juli wird eine provisorische Ausfahrt etwa auf Höhe des Hauses Sandkaulstraße 8 eingerichtet. Auf dem Parkplatz fallen sieben Stellplätze weg, die für Büro- und Materialcontainer benötigt werden. Vor dem Bunker werden große Container als Schutzwand aufgestellt, die den Straßenraum vor herabfallendem Bauschutt schützen sollen. Ebenfalls am 15. Juli beginnen die Rodungsarbeiten. Gefällt werden die Bäume auf dem Grünstreifen in der Schleife vor den Häusern der Sandkaulstraße 4-10 sowie unmittelbar neben dem Bunker im Sandkaulpark.

An dieser Stelle regte sich bei den rund 20 Anwesenden erster Unmut, denn van de Wouw konnte nicht exakt benennen, welche Bäume von der Rodung betroffen sein würden. Sicher ist: Die dortige Blutbuche wird geschützt, „wenn es sein muss, von mir persönlich“, betonte van de Wouw. Laut Ratsbeschluss sollen mindestens 1600 Quadratmeter der Parkfläche erhalten bleiben.

Parkplätze fallen weg

Dann wird es ernst: Am Bunker wird zunächst das Ziegeldach entfernt, um an die Abschlussplatte zu kommen. Diese wird mit Bohrlöchern versehen, ebenso die Seitenwände. Eine hydraulische Sprengung soll Erschütterungen vermeiden. Die Skepsis ließ sich bei einigen Anwohnern nicht ausräumen, vor allem denjenigen, die in der Rochusstraße ihrer Aussage nach schon schlechte Erfahrungen mit dem Bau des Studentenhauses in der oberen Sandkaul-straße gemacht haben. Um Staub und wegspritzenden Schutt zu reduzieren, wird über das Dach eine Gummimatte gelegt.

Dann kommt der schwere Zangenbagger zum Einsatz, der die Bunkerreste zerlegt. Um die Staubbelastung möglichst gering zu halten, soll die Baustelle vor allem während des Abtransports des Schutts mit Wasser berieselt werden. Von 7 Uhr morgens bis 19 Uhr abends wird gearbeitet. Sorge bereiten den Geschäftsleuten die wegfallenden Parkplätze. 18 sind es laut Herrenausstatter Paul Wienand. Auf Entlastung hoffen sie mit Fertigstellung des Studentenhauses. Kritisiert wurde auch die Informationspolitik. „Wir mussten den Ratsbeschluss abwarten“, rechtfertigt sich Pontzen, auch sei er davon ausgegangen, dass sich Nachbarn durch Mundpropaganda gegenseitig informierten. Immer wieder wurde deutlich, dass das Verhältnis zwischen Anwohnern und Projektbeteiligten alles andere als entspannt war. Spätestens bis Ende der Schulferien sollen die Abbrucharbeiten abgeschlossen sein. Dann sollen sich möglichst nahtlos die weiteren Bauarbeiten anschließen. 2015 soll das Hotel dann stehen.

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