Aachen - Sprechdachs zieht in großen (Neu-)Bau

Sprechdachs zieht in großen (Neu-)Bau

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
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Zwei Gruppen zieht es zur Krefelder Straße: Die Kita Sprechdachs der Lebenshilfe bekommt größtenteils eine neue Heimat. Das alte Schulhaus am Ferberberg wird frei – für andere Kinder? Foto: Andreas Steindl

Aachen. Eine ansprechende neue Heimat erwartet zumindest zwei Gruppen der Kindertagesstätte Sprechdachs. Denn die Lebenshilfe Aachen als Träger der heilpädagogischen Einrichtung am Ferberberg – also tief in der Soers – wird die geplante Kindertagesstätte im Neubaugebiet Alter Tivoli an der Krefelder Straße betreiben.

Und zwei Gruppen mit jeweils elf Kindern mit einem besonderen Förderbedarf (Schwerpunkt Sprache)werden irgendwann zwischen Oktober 2013 und Januar 2014 einen Teil der 995 Quadratmeter auf der ersten Etage des Neubaus – über einem Supermarkt – besuchen. Darüber hinaus eröffnet die Lebenshilfe – so ist es mit der Stadt Aachen vereinbart – drei weitere Gruppen. Diese sind altersgemischt, was bedeutet, dass auch Kinder unter drei Jahren die neue Kita besuchen werden.

Drei U3-Plätze weniger

Unterm Strich kann die Stadt also auf 50 zusätzliche Kita-Plätze für Aachens Eltern bauen. Wenn am Montag die Verwaltung durch Stadtdirektor Wolfgang Rombey und Fachbereichsleiterin Elke Münich die sogenannte Kita-Ausbauplanung für das Kindergartenjahr 2013/2014 vorstellt, dann wird berichtet, dass an der Krefelder Straße 22 der 50 neuen Plätze für Unterdreijährige reserviert sind. Das ist viel. Doch jeder Platz zählt, deswegen sind die drei neuen Gruppen auch nicht für Kinder mit Förderbedarf konzipiert. Dann wäre die Gruppengröße nämlich auf jeweils 15 Kinder beschränkt gewesen. Und auf maximal fünf Kinder mit Förderbedarf pro Gruppe und weit weniger U3-Kinder. Ursprünglich waren sogar mehr als die nun feststehenden 22 U3-Plätze in die städtische Rechnung eingegangen. Noch im September war von 25 die Rede.

Neuer Spielraum für die Stadt und somit letztlich auch für kleine Kinder könnte dagegen am Ferberberg entstehen. Denn das alte Volksschulhaus ist in städtischem Besitz. Es wird zwar eine Sprechdachs-Gruppe mit elf Kindern bleiben, aber viele Räume werden eben frei.

Idyllisch, aber weit weg

Das Problem: Die Kita liegt abseits aller Wohngebiete, die Kinder müssen von ihren Eltern gefahren werden. Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf werden dagegen – finanziert vom Landschaftsverband – von Zuhause abgeholt und mit einem Fahrdienst zum „Sprechdachs“ gebracht. Da spielte die Distanz keine Rolle, sie stand aber immer einer Umwandlung der Kita in eine integrative Einrichtung mit Kindern mit und ohne Behinderung im Wege. „Es macht Sinn, die Einrichtung zur Krefelder Straße zu verlegen. Der Ferberberg ist idyllisch, für Kinder ganz klasse – aber eben weit weg“, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Herbert Frings entsprechend.

Eine neue Kita lässt sich am Ferberberg also schwer realisieren. Björn Gürtler vom städtischen Presseamt möchte sich zur Zukunft der Immobilie aktuell nicht äußern. Er sagt nur: „Wir müssen uns die Räume erst anschauen und sehen, was dort überhaupt möglich ist.“ Nach AZ-Informationen prüft die Verwaltung, ob sich am Standort Ferberberg sogenannte Lena-Gruppen nach Mönchengladbacher Vorbild aufbauen lassen, um weitere U3-Plätze zu schaffen. In diesen Gruppen werden bis zu neun Kinder unter drei Jahren durch zwei vollzeitbeschäftigte qualifizierte Tagespflegepersonen betreut. Lena steht für: Lernen und erziehen nutzt allen.

Die Lebenshilfe Aachen wird mit der neuen integrativen Kita an der Krefelder Straße ihre bislang größte Einrichtung betreiben. Das ist aktuell noch die Kita Waldmeister, Lintertstraße 148, mit vier Gruppen. Der Träger erhält einen Mietvertrag über 15 Jahre, die Stadt Mietmehrkosten tragen. „Hier wird in die Zukunft investiert“, betont Björn Gürtler.

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