Aachen - Sportsgeist nicht nur auf dem Platz

Sportsgeist nicht nur auf dem Platz

Von: svp
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Sie setzen sich für faire Preise bei Sportartikeln ein: Jan Salzmann (terre des hommes), Mona Pursey (Eine-Welt-Haus), Ute Wendt (terre) und Manfred Xhonneux (Runners Shop). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Pünktlich zur Fußball-WM unterbieten sich Läden mit Schnäppchenangeboten für Trikots und Fußbälle. Doch unter welchen Bedingungen die Ware produziert wird und woher sie kommt, ist den Wenigsten bekannt.

Die Organisation „terre des hommes” Aachen und das Bündnis „Fair-Handel” starten nun eine Initiative zur Förderung und Unterstützung des fairen Handels im Sektor der Sportartikelindustrie.

Fachgeschäfte und Fairhandelsinitativen wollen sich für menschenwürdigere und gerechtere Produktionsbedingungen in der Sportartikelindustrie einsetzten. Dr. Jan Salzmann von „terre des hommes” betont die Wichtigkeit dieser Kampagne: „Die Firmen stehen selbst unter großem Druck, möglichst preisgünstig zu produzieren. Ich empfinde es als unerträglich, dass unser Lebensalltag und unser Konsumverhalten von kleinen Preisen dominiert wird - und das auf Kosten der Menschen, die die Produkte unter unfairsten Bedingungen hergestellt haben.”

Deshalb führen ab sofort Fachgeschäfte wie Sport Mulack, Sporthaus Gruber, Intersport Drucks, Sport Spezial und Runners Shop eine Umfrage über die Bereitschaft der Verbraucher durch, für ein fair gehandeltes Produkt 0,4 Prozent mehr zu bezahlen.

Einer der Teilnehmer ist Manfred Xhonneux: „Ich möchte diese Aktion selbstverständlich unterstützen. Als Händler haben wir Einfluss auf die Herstellung sowie den Produktionsort. Die Macht auf dem Markt, die wir haben, sollen wir auch nutzen. Wir haben heute keine Wertschätzung mehr in unserer Welt.”

Die Bedingungen, unter denen die Produkte hergestellt werden, sind menschenunwürdig. Arbeitszeiten von 60 bis 70 Stunden pro Woche, sowie ein Gehalt, das kaum zum Überleben reicht, sind nur zwei Beispiele, die dies verdeutlichen. Im ersten Schritt sollen die Verbraucher sensibilisiert werden, dann reagiert der Handel und auch die Kommunen sollen den Akzent auf fair gehandelte Produkte setzen. Dr. Mona Pursey, Koordinatorin für entwicklungspolitische Bildungsarbeit, weist darauf hin, dass der Sportartikelvertrieb nur ein Segment sei.

Die Idee hatten Aachener, die Aktion findet nur hier statt. Nach Auswertung der Umfrage wird geschaut, ob die Initiative fortgesetzt wird. Voruntersuchungen haben ergeben, dass Verbraucher bereit sind, ihr Kaufverhalten zu ändern. Mindestpreise, Verbot von Kinderarbeit sowie die Bezahlung der Ware im voraus sind die Ziele.
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