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Spitzenkoch Maurice de Boer lässt den Drehturm kreisen

Von: Robert Esser
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Hoch hinaus: Spitzenkoch Mauri
Hoch hinaus: Spitzenkoch Maurice de Boeur (Mitte) bringt mit Betriebsleiter Pedro Mendes (rechts) und Küchenchef Marc Ohlenforst wieder gastronomischen Schwung in den Drehturm Belvedere. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit Spitzenkoch Maurice de Boer kommt jetzt Bewegung in die gastronomischen Bereiche des Drehturms Belvedere. Nach 13 Monaten Stillstand soll - zumindest zeitweise - der Drehteller in der obersten Etage des 35 Meter hohen Wahrzeichens wieder kreisen.

De Boer, weiterhin Chef des renommierten Ratskellers am Markt, will mit Betriebsleiter Pedro Mendes, Küchenchef Marc Ohlenforst und bis zu 40 Mitarbeitern hoch hinaus. „Auf dem Lousberg sind immer wieder Gastronomen gescheitert. Aber der Drehturm ist eine der reizvollsten Locations, die in der Region existieren”, sagt de Boer. „Ich bin absolut sicher, dass wir nun ein Konzept entwickelt haben, dass über viele Jahre erfolgreich ist.”

Davon sind auch Carlo Blatz und Jochen Hermanns überzeugt, die den Drehturm im Oktober 2011 gekauft hatten. „Jetzt können wir den Aachenern diesen einzigartigen Ausflugsort, ein Wahrzeichen der Stadt, zurückgeben”, freut sich Blatz. Sein Multimedia-Unternehmen Interactive Pioneers GmbH logiert seit Jahren in dem ehemaligen Wasserturm. „Der tägliche Weg zum Lunch wird nun deutlich kürzer”, lächelt der Eigentümer.

Der Fahrplan der Drehturm-Gastronomie: Ab 20. April läuft der Betrieb im Restaurant Belvedere im renovierten Erdgeschoss an. Am 22. April gibts erstmals Brunch im Obergeschoss. Denn während das Parterre-Restaurant täglich von 12 bis 21.30 Uhr öffnet, ist das Obergeschoss inklusive Panorama-Blick nur sonntags von 11 bis 17.30 Uhr zugänglich - zu Brunch sowie Kaffee und Kuchen. Mit rund 450 geladenen Gästen wird am 26. April im kompletten Turm die Wiedereröffnung gefeiert. Ab dem Folgetag läuft der reguläre Betrieb - auch im Biergarten. „Sobald das Thermometer mindestens 18 Grad Celsius zeigt, servieren wir von 11 bis 23.30 Uhr”, erklärt de Boer.

In Zukunft soll jeder - außer sonntags - das Drehrestaurant für Feiern, Firmen-Events etc. mieten können. Auf Wunsch kreist dann der Bodenteller - eine Runde dauert eine Stunde. „Aber wir wollen keinesfalls regelmäßige Partys bis tief in die Nacht”, betont der neue Pächter. „Der Lousberg soll nicht von Nachtschwärmern in Mitleidenschaft gezogen werden, die mit ihren Autos dann über das Gelände rasen”, stellt de Boer klar.

Auf der Speisekarte lockt „Bodenständiges”: Zander, Schnitzel Wiener Art, Spaghetti Bolognese, Flusskrebse - aber auch haus- beziehungsweise turmgemachte Thüringer Würstchen gibts.

Anziehen könnte der Restaurantbetrieb zudem weitere Mieter. Die Inhaber planen die Demontage des 670 Tonnen schweren Wasserkessels im Bauch des Turms. Das würde Platz für vier zusätzliche Büroetagen - natürlich mit neuen Außenfenstern - auf jeweils 220 Quadratmetern schaffen. „Sobald wir Mietzusagen für zwei der vier Geschosse haben, legen wir los”, sagt Blatz. Die Baugenehmigung liegt vor.

Derzeit renovieren Handwerker den 54 Jahre alten Turm mit Hochdruck. Foyer und Treppenhaus-Kreisel mit 173 Stufen sind frisch gestrichen, Parkettböden wurden abgeschliffen, das Mobiliar wurde erneuert. So darf der Gast bald den Blick aus dem aufpolierten Drehrestaurant schweifen lassen - und er liest an hohen Fensterfronten: Edinburgh 850 Kilometer entfernt, Lissabon 2350 Kilometer, Burtscheid 3 Kilometer. Vor Ort kocht die „Fernweh- und Heimwehküche”. Damit im Drehturm Belvedere endlich alles rund läuft.
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