Spielcasino: Nach der Wahl wird der Standort geklärt

Von: Robert Esser
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Aachen. Die Kugel rollt, aus dem Lauf ist sie noch nicht. Welches Ziel die Düsseldorfer Landesregierung für das Aachener Spielcasino ins Visier nimmt, wird nach der NRW-Wahl entschieden.

Da sind sich die Aachener Landtagskandidaten Karl Schultheis (SPD) und Armin Laschet (CDU) sowie der Betriebsratsvorsitzende Peter Nolden sicher. Schultheis ließ sich gestern von Nolden durch den Glückstempel an der Monheimsallee führen, „um für das weitere Vorgehen in der Casino-Frage besser im Bilde zu sein”, wie Nolden sagte. Seit Jahren sinken hier Besucherzahlen und Erlöse. 2009 spielte das Haus mit 8,74 Millionen Euro 20 Prozent weniger Geld ein als 2008.

Westspiel will weg

Der Betreiber Westspiel favorisiert die Auflösung des Aachener Standorts zugunsten einer lukrativeren Neueröffnung in der Rhein-Metropole Köln. Das gilt als offenes Geheimnis. Doch die Entscheidung darüber trifft letztlich die Regierungsmehrheit im Landtag. Betriebsrat Nolden rechnet damit noch in diesem Jahr. Ein Umzug wäre fristgerecht frühestens zum Jahresende 2012 erlaubt.

Neu an der Situation ist, dass nun lautstark gefordert wird, die Zweiteilung des Casino-Standorts Aachen rückgängig zu machen. 2002 war das Automatencasino ins Kapuziner Karree umgezogen - und zählt dort inzwischen teils weniger Gäste als so mancher private Spielhallenbetreiber an der Peterstraße. Knapp 41000 Spieler kamen vergangenes Jahr ins Kapuziner Karree. 81600 Menschen strömten zu Roulette, Poker und Co. an die Monheimsallee.

„Wir leiden unter der Trennung, das schadet unserem Betriebsergebnis”, stellt Nolden fest. Aber er weiß: Bevor die Standort-Frage nicht endgültig geklärt ist, wird Westspiel kaum in eine Zusammenlegung der beiden Aachener Spielstätten investieren. Wobei eine Zusammenlegung nicht zwingend an der Monheimsallee verwirklicht werden müsse. Anstelle des Casinos können sich einige Stadtplaner nämlich in Zukunft auch ein Konzerthaus mit Anschluss ans Eurogress vorstellen.

Mehr Tourismuswerbung

Schultheis beteuerte, er halte am Casino-Standort Aachen fest. Und fügte hinzu: „Das Spiel muss in NRW weiterhin staatlich konzessioniert bleiben. Privatisierungen lehnen wir strikt ab.” Zudem müsse man die „Wettbewerbsverzerrungen durch die privaten Automatencasinos unter die Lupe nehmen”. Erforderlich sei außerdem eine engere Verzahnung der Aachener Spielbank mit dem Eurogress und eine Forcierung von Werbemaßnahmen - vor allem über das Aachener Stadtmarketing. „Immerhin geht es hier nicht nur um einen Standortfaktor, sondern um rund 200 Arbeitsplätze.”

Landtagskandidat und NRW-Minister Laschet meldete sich in Sachen Casino am Donnerstag ebenfalls zu Wort. Und der CDU-Politiker formulierte spitz: „Es ist gut, dass auch der Kollege Schultheis sich jetzt zum Casino bekennt und nicht wie im Kommunalwahlkampf über eine Schließung und ein Haus für Musik fabuliert. Der Standort kann nur erhalten werden, wenn alle an einem Strang ziehen.” In Aachen scheint somit keiner querzuschießen.
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