Spiel mit dem eigenen Spiegelbild im Das Da Theater

Von: Julia Gröbbels
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Tänzerisch-emotionale Reise im „Space“ des Ludwig Forum: Viel Applaus erntete das Stück „Reflexionen“ des Tanztheaters des Das Da Theaters. Foto: Harald Krömer

Aachen. Schon bevor die ersten Töne aus den Bühnen-Lautsprechern erklangen, sah sich das Publikum im „Space“ des Ludwig Forums mit seiner eigenen „Reflexion“ konfrontiert. Eine lange Wand aus fahrbaren Spiegeln warf den Zuschauern das verschwommene Gegenbild ihrer selbst entgegen und bildete so die perfekte Einleitung zum Thema des Tanztheaterstückes des Das Da Theaters.

Reflexionen, die uns täglich als Spiegelung, als Echo oder aber auch in der Erinnerung begegnen. Genau diese wollte Choreographin Heike Sievert mit ihrem Tanztheater zeigen.

Erwartete der Zuschauer in der ersten Szene wohl eher den Auftritt athletisch gebauter Tänzerinnen und Tänzer mittleren Alters, betraten zunächst – zur Überraschung vieler – eine ältere Dame und ein junges Mädchen die Bühne, deren Leben das Leitmotiv des Stückes bildete. Entlang des Lebenszyklus vom jungen Mädchen zur alten Dame konnten die Zuschauer verfolgen, wie die Protagonisten immer wieder markante Stationen im Leben durchliefen, bei denen auch sie selbst innehalten und über ihr eigenes Leben „reflektieren“ konnten.

Dabei sollte jedoch keineswegs eine „einzig richtige“ Interpretation des Stückes vorgegeben werden. Die thematisch nicht stringente Abfolge der Szenen solle genug „Raum für eigene Interpretationen“ lassen und die Zuschauer mittels der überwiegend modernen Tanzelemente auf einer emotionalen Ebene ansprechen, so Theaterintendant Tom Hirtz.

Für positiv-überraschte Reaktionen im Publikum sorgte auch die Heterogenität des Ensembles, welches sich sowohl aus Profi-Tänzern als auch aus Laien zusammensetze.

Begeistertes Publikum

So wurden beispielsweise Problematiken des „Alterns“ nicht nur thematisiert, sondern waren durch die gemischte Altersstruktur des Ensembles und durch die überzeugende Darstellungskraft der Protagonisten eine Reflexion in sich selbst. Daher war es wohl auch dieser Mischung aus tänzerischem Ausdruck, schauspielerischem Können und einer gelungenen Inszenierung geschuldet, dass das Publikum den Schlussapplaus mit spontanen Standing Ovations adelte.

So gibt die Produktion „Reflexionen“, die in Kooperation mit dem Ludwig Forum stattfindet, Anlass zur Hoffnung, dass das Tanztheater in Aachen auch in Zukunft das Potenzial besitzen wird, Jung und Alt in seinen ästhetischen Bann zu ziehen.

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