Spiegeleier mit Brot vom Springreiter: Da lacht der Lafer

Von: Oliver Schmetz
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Tauschen sie Kochtipps aus? Springreiter Christian Ahlmann und Spitzenkoch Johann Lafer hatten in Aachen sichtlich Spaß. Foto: Jaspers

Aachen. Viele Köche verderben den Brei, heißt es ja. Vielleicht ist Johann Lafer deshalb an diesem Vormittag alleine in den Ratssaal gekommen. Aber was heißt schon alleine, wenn der Aachen-Laurensberger Reitverein (ALRV) und die Stadt zur Pressekonferenz vor dem Reitturnier bitten?

Im Ratssaal herrscht ein Treiben wie bei einer wichtigen Sitzung, und die Journalisten sind in Scharen gekommen – auch wenn es wegen der Reit-EM im August am nächsten Wochenende kein richtiges CHIO gibt, sondern „nur“ ein dreitägiges Weltfest des Pferdesports.

Der Johann Lafer ist deshalb im Ratssaal auch nur insofern alleine, als dass er der Einzige ist, der kochen kann. Also so richtig gut kochen. Der Spitzenkoch ist prominentes Aushängeschild für eine Neuausrichtung des Reitturniers in kulinarischer Hinsicht: „Aachen Gourmet“ heißt die Idee, die den Besuchern unvergessliche Gaumenfreuden bescheren soll – weil Lafer mit Christof Lang vom Aachener Edel-Restaurant La Bécasse, den Sterneköchen Rainer Hensen, Dieter Müller und Luxemburgs Star-Köchin Léa Linster sowie den Köchen von „Otto-Gourmet“ Köstlichkeiten kreieren und feilbieten wird. Weltklassesport trifft Weltklasseküche – so stellen sich die Turniermacher das vor.

Davon soll Lafer erzählen, aber zunächst muss er sich – TV-Promi hin oder her – hinten anstellen bzw. setzen. Auf dem Podium hört er deshalb erst einmal, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp die Bedeutung des Reitsports für die Stadt und die Wirtschaft unterstreicht, und er lauscht der Lobrede des ALRV-Präsidenten Carl Meulenbergh auf die Zusammenarbeit mit der Stadt.

Aufmerksam verfolgt Lafer, wie Turnierleiter Frank Kempermann die sportliche und Geschäftsführer Michael Mronz die wirtschaftliche Seite des Turniers beleuchten. Manchmal lässt der Spitzenkoch aber bloß seinen Blick durch den Saal schweifen und nippt an seinem Wasser – dauert halt doch lange, bis man beim Weltfest des Pferdesports zum Rahmenprogramm kommt.

Spannend wird es allerdings, als sich Christian Ahlmann, Vorjahressieger beim Großen Preis von Aachen, als Küchenkonkurrenz outet. Zwei Spezialgerichte habe er richtig gut drauf, schmunzelt dieser: „Spiegeleier mit und ohne Brot“. Spiegeleier vom Springreiter, da lacht der Lafer – und hofft vielleicht insgeheim, dass ihn keiner nach seinen Reitkünsten fragt.

Tut aber niemand, als er nach 40 Minuten und zwei Gläsern Wasser an der Reihe ist. Dann outet sich der Spitzenkoch charmant als Reitfan mit Aachen-Erfahrung, räumt ein, dass er seinem Sohn auch mal eine Tiefkühlpizza mitbringt und verrät sein Lieblingsgericht: Schnitzel bei Muttern. Den Aachenern verspricht Lafer auf der Gourmet-Meile einen „Johann Lafer zum Anfassen“, und zwar an allen Tagen des Turniers, das am Donnerstag und Freitag freien Eintritt gewährt.

Und all den Hobby-Köchen, die eher hölzern am Herd hantieren, macht er Mut: „Spitzenkoch? Ist relativ einfach.“ Man brauche nur gute Produkte, eine perfekte Zubereitung und eine ordentliche Portion Herzlichkeit als Gastgeber. „Mehr ist es nicht.“

Na denn. Und wie war das mit den vielen Köchen, die alles verderben? Ist natürlich Unsinn. Erstens gilt das nicht für Spitzenköche. Und zweitens kochen die in Aachen garantiert keinen – Brei.

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