Spezielle Anlage im Eurogress soll Hörgeschädigte ansprechen

Von: Kathrin Albrecht
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Begeistert von der neuen Technik: Axel Dresbach, Beatrix Karlsberg, Matthias Scheffle und Kristina Wulf testeten die Anlage, die Hörgeschädigten den Besuch im Eurogress angenehmer gestalten soll. Foto: Herrmann

Aachen. Barrierefreiheit ist auch für das Kongresszentrum Eurogress ein wichtiges Thema. „Im Bereich gutes Hören bestand bei uns aber Optimierungsbedarf“, räumt Geschäftsführerin Kristina Wulff ein. Jetzt hat man eine Lösung gefunden: Mittels einer Führungsanlage, die Tonsignale per Funk überträgt, können Hörgeschädigte jetzt Vorträgen in den Sälen und größeren Konferenzräumen folgen.

„Alles, was über die Tonanlage vermittelt wird, kann in dieses System gespeist werden“, erklärt Matthias Scheffe, der als verantwortlicher Ingenieur von der Ton & Technik Scheffe GmbH seit 2006 die Umbauarbeiten im Eurogress begleitet. Per Kinnbügelhörer können Besucher das Tonsignal empfangen. Für Menschen, die ein Hörgerät tragen, stehen Taschenempfänger mit einer Hörschleife zur Verfügung, die bei entsprechender Einstellung des Hörgeräts das Signal aufbereiten und direkt auf das Hörgerät übertragen. „Das ist wunderbar, es ist, als hätte ich mein Ohr direkt am Mikrofon“, freut sich Erich Stier bei der Probebegehung durch den Europassal.

Stier, selbst Hörgerätträger, setzt sich in der Region für die Einrichtung induktiver Höranlagen in öffentlichen Gebäuden ein. Auch den Eurogress hat er in Fragen der akustischen Verbesserung für Menschen mit Hörbehinderung beraten. Lange habe der Eurogress nach einer praktikablen Lösung gesucht. Da bei der Sanierung die Böden nicht erneuert wurden, schied der Einbau einer induktiven Höranlage aus. Mit der Funkanlage ist man sicher, eine gute Alternative gefunden zu haben. „Seit Anfang Dezember sind wir mit der Anlage im Testbetrieb“, erläutert Axel Dresbach, technischer Leiter des Eurogress, den neuen Service.

30 Kinnbügelhörer und 10 Taschenempfänger stehen zur derzeit Verfügung. Auch im Schalterbetrieb haben es hörbehinderte Menschen in Zukunft einfacher. Zwei Systeme werden dort derzeit erprobt: Eine Induktionsschleife, die sich in die Infotheke einbauen lässt, und ein mobiler Funkempfänger. „Das wird den Kartenvorverkauf oder die Nachfrage an der Abendkasse wesentlich erleichtern“, ist sich Dresbach sicher.

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