Aachen - Sperrungen: Stadt will Projekt rund um den Tivoli stoppen

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Sperrungen: Stadt will Projekt rund um den Tivoli stoppen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. War das ein Aufstand im Frühjahr 2009. Als die Stadt ankündigte, wegen des Parksuchverkehrs bei Alemannia-Heimspielen die umliegenden Straßen abzusperren, gab es einen Aufschrei. Insbesondere bei einigen jener, die man eigentlich schützen wollte: Anwohnern.

Sie befürchteten, dass sie an Heimspieltagen quasi „aus der Welt” wären, weil niemand sie mehr besuchen könne. Sogar von der Beschneidung von Grundrechten war die Rede.

Eingeführt wurde das Schutzkonzept trotzdem - erweitert um die Option, dass jeder der rund 300 betroffenen Anwohner kostenfrei je zwei Besucherausweise beantragen konnte. Zunächst als Versuch eingestuft, wurde im Mai 2010 beschlossen, das Konzept dauerhaft zu belassen. Die Verwaltung stufte es als Erfolg ein. Doch jetzt, wieder ein Jahr später, kommt die überraschende Wende: Eben jene Verwaltung will das Anwohnerschutzkonzept wieder abschaffen.

Der Politik wird vorgeschlagen, es ab der neuen Saison erst einmal ein halbes Jahr ohne Schutzkonzept zu probieren und es dann möglichst ganz zu beenden. Die entsprechende Vorlage liest sich jetzt auch völlig anders als vor einem Jahr. So habe man die klappbaren Verkehrsschilder noch gar nicht benutzen können, weil der zuständige Stadtbetrieb kein Geld für solch zusätzliche Aufgaben hat.

Pollerhülsen eingefroren

Die in den Boden eingelassenen Hülsen für Poller waren im Winter zugefroren. Ergebnis: Im Winter gab es gar kein Anwohnerschutzkonzept, was die Verwaltung so bilanziert: „Die Aussetzung des Bewohnerschutzkonzepts während der Frostperiode ist aus Sicht der Verwaltung unproblematisch verlaufen.”

Zwar könne man die Verkehrskadetten öfters beauftragen, aber auch dafür fehlt das Geld. Sparen würde die Stadt hingegen über 17.000 Euro. So hoch beziffert der Fachbereich Sicherheit und Ordnung die Kosten für dem Aufwand pro Saison ohne Pokalspiele. Noch nicht eingerechnet ist der Personalaufwand für die Ausstellung der bisher beantragten 730 Bewohnersonderausweise.

Zu allem Überfluss hätten sich „die an den Schleusen eingesetzten Kräfte teilweise sehr kritisch zu den Einsätzen geäußert, da sie häufig Beschimpfungen und Schmähungen erdulden müssen”. Bemerkenswert sei, „dass diese überwiegend aus dem Kreis der Anwohner bzw. der Zufahrtsberechtigten kommen, weil die Kontrollen als Belästigung empfunden werden”.

Noch vor Jahresfrist hatte es geheißen, es gebe kaum Beschwerden. Statt des Schutzkonzepts will die Verwaltung demnächst verstärkt auf kleine gelbe Zettel setzen: Knöllchen. In den Anwohnerbereichen solle verstärkt kontrolliert werden.

Bleiben muss die Sperrung des Soerser Wegs an Spieltagen, die sogar im Bebauungsplan verankert ist. Weil auch das im Winter bisher problematisch ist und man die 30.000 Euro für beheizte Poller (!) nicht hat, soll stattdessen für 5000 Euro eine Schrankenanlage gebaut werden.
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